Russland Zwei katholische Priester in Moskau getötet

Gewalt gegen Geistliche in der russischen Hauptstadt: In Moskau sind zwei römisch-katholische Priester getötet worden. Die beiden Mitglieder des Jesuitenordens wurden vermutlich erschlagen.


Moskau - Die russische Polizei nahm Ermittlungen wegen Mordverdachts auf, wie die Agentur Interfax am Mittwoch meldete. Die beiden Geistlichen des katholischen Jesuitenordens seien am Dienstagabend mit schweren Kopfverletzungen tot in ihrer Wohnung gefunden worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Hintergrund der Bluttat war zunächst unklar. Die Polizei untersuche derzeit alle möglichen Versionen, auch die eines Raubüberfalls, hieß es.

Das Osteuropa-Hilfswerk Renovabis im bayerischen Freising reagierte bestürzt auf den Tod der Ordensleute der Gesellschaft Jesu. Bei den Toten handele es sich um den in Kasachstan geborenen Pater Otto Messmer, 47, Ordensoberer der russischen Region der Jesuiten, und den aus Südamerika stammenden Pater Victor Betancourt-Ruiz, Professor am Institut für Theologie, Philosophie und Geschichte der Jesuiten in Moskau. Die beiden Paters waren Projektpartner von Renovabis.

Nach Angaben des Sprechers der Erzbischöflichen Kurie in Moskau, Pater Igor Kowalewski, wird der Vorfall von russischer Seite auf höchster Ebene behandelt. Die Administration des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew habe sich eingeschaltet. Das religiöse Leben in Russland wird von der russisch-orthodoxen Kirche dominiert.

Das Moskauer Patriarchat hatte sich in der Vergangenheit mehrfach gegen eine missionarische Tätigkeit der katholischen Kirche in Russland ausgesprochen.

jdl/dpa



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