Anklage in Saarbrücken Mann stellte Selbstschussanlage im Garten auf

Ein 64-Jähriger sicherte sein Grundstück mit einer Selbstschussanlage, angeblich um Wildschweine abzuhalten. Im Mai wurde ein Mann von ihr verletzt. Nun klagt die Staatsanwaltschaft Saarbrücken den Gartenbesitzer an.


Ein Mann wird in Saarbrücken angeklagt, weil er eine Selbstschussanlage um sein Grundstück installiert hatte, von der ein anderer Mann getroffen wurde. Mit der Einrichtung wollte er angeblich auf Wildschweine zielen. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken wirft ihm gefährliche Körperverletzung und strafbaren Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen vor.

Demnach soll der 64-Jährige im Sommer 2015 auf einem von ihm gepachteten Gartengrundstück in der saarländischen Hauptstadt eine Selbstschussanlage um einen Holzstoß herum errichtet haben."Die Selbstschussanlage sollte durch eine über dem Boden gespannte Schnur ausgelöst werden und zielte in mittlere Höhe", hieß es von der Staatsanwaltschaft.

Zwar soll der Mann auf dem Grundstück Schilder mit den Aufschriften "Betreten verboten", "Vorsicht Elektrozaun" und "Vorsicht Knall" aufgestellt haben. Aussagekräftige Warnschilder oder akustische Warnhinweise auf die Selbstschussanlage gab es demnach aber nicht. Auch soll das Grundstück nicht umzäunt gewesen sein, obwohl ein Trampelpfad an dem Gelände liege und deshalb mit Passanten zu rechnen sei.

Weltkriegsmunition gelagert

Ende Mai habe ein Mann das Grundstück betreten und versehentlich die Selbstschussanlage ausgelöst, hieß es weiter. Ein Schuss in die linke Kniekehle habe ihm eine kleine Wunde und ein Hämatom mit einem Durchmesser von einem Zentimeter zugefügt.

Der Beschuldigte sei geständig und habe ausgesagt, dass er keine Menschen habe verletzen wollen, teilte die Anklagebehörde mit. Nach Angabe des angeschossenen Opfers habe er sich "in aller Form entschuldigt".

Dem Mann wird laut Staatsanwaltschaft auch vorgeworfen, mit einem Metalldetektor Kriegsmunition gesucht, geborgen und in seiner Wohnung sowie auf dem Gartengrundstück gelagert zu haben. Es soll sich dabei zum überwiegenden Teil um Waffen und Waffenteile ohne Explosivstoffe gehandelt haben. Darunter waren demnach etwa Granaten, der Lauf eines Maschinengewehrs, Stabbrandbomben und Schrapnellkugeln. Über "waffen- oder munitionsrechtliche Erlaubnisse" verfüge der Mann nicht, hieß es.

bbr/dpa/AFP



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