Notruf abgesetzt Polizei rettet Menschen aus Lastwagen in Saarlouis

Sie setzten einen Notruf ab, weil sie im Kühlwagen froren: Im Saarland hat die Polizei einen Lkw gestoppt, der fünf Männer über die deutsche Grenze gebracht hatte. Die Handyortung brachte sie auf die Spur des Fahrzeugs.


Die saarländische Polizei hat am Vormittag fünf Menschen aus einem Lastwagen gerettet. Die Ermittler hätten das Fahrzeug eines mutmaßlichen Schleusers an einer Tankstelle auf der A620 bei Saarlouis gestoppt, sagte Dieter Schwan, Pressesprecher der Bundespolizei in Bexbach.

Die Beamten waren demnach zuvor von ihren Kollegen aus Frankreich auf den Lastwagen aufmerksam gemacht worden. Diese hatten gegen 10.15 Uhr einen Notruf erhalten. Darin teilte ein Anrufer mit, er sei mit anderen Menschen in einem Kühlwagen gefangen.

Daraufhin habe die französische Polizei das Telefon des Mannes geortet, sagte Schwan. Als die Beamten feststellten, dass der Lastwagen inzwischen die deutsche Grenze passiert hatte, kontaktierten sie ihre Kollegen im Saarland. Diese konnten gegen elf Uhr die in Polen zugelassene Zugmaschine mit Kühlwagen an einer Tankstelle stoppen.

Im Inneren des Wagens befanden sich laut dem Polizeisprecher fünf Männer aus dem Irak. Nachdem sie über die Kälte im Inneren des Wagens geklagt hatten, seien sie vorsorglich von Notärzten untersucht worden. Ihr Gesundheitszustand sei aber stabil. Inzwischen befänden sich die Männer auf dem Weg zu einer Dienststelle. Ihr Alter ist noch nicht bekannt.

Aktuell würden die Beamten den Kühlwagen komplett ausräumen, teilte Schwan mit. "Damit wir sichergehen, dass sich keine weiteren Personen im Lastwagen befinden." Wie lange das Fahrzeug, an dessen Steuer ein 37-jähriger Mann aus der Ukraine saß, bereits unterwegs gewesen war, ist bislang unklar. Die Ermittlungen zu dem Fall laufen.

sen

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