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Unfall bei Gütersloh Nach Tod von serbischem Volksmusiker – Fahrer zu Freiheitsstrafe verurteilt

2019 starb der serbische Sänger Šaban Šaulić bei einem Autounfall in Deutschland. Ein 37-Jähriger war mit 156 km/h auf seinen Wagen aufgefahren. Der Mann hatte Drogen genommen.
Angeklagter im Fall Šaulić: Mehr als drei Jahre Haft

Angeklagter im Fall Šaulić: Mehr als drei Jahre Haft

Foto: Guido Kirchner / dpa

Für den Unfalltod des serbischen Volksmusikers Šaban Šaulić und seines Keyboarders Mirsad Kerić soll ein 37-Jähriger drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Das Amtsgericht Gütersloh verurteilte den Mann unter anderem wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen und fahrlässiger Körperverletzung in einem Fall zu dieser Haftstrafe.

Drei Monate sollen dem geständigen Mann allerdings wegen der langen Verfahrensdauer und seiner Zeit in Untersuchungshaft erlassen werden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Mit dem Urteil liegt das Gericht einen Monat über der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Nebenkläger hatten bis zu vier Jahre Haft gefordert.

Mit Alkoholeinfluss am Steuer

Der heute 37-Jährige war nach Überzeugung des Gerichts im Februar 2019 unter Alkohol- und Drogeneinfluss mit deutlich zu hoher Geschwindigkeit in einem Baustellenbereich der Autobahn 2 bei Gütersloh gerast. Dabei fuhr er in der Dämmerung, aber bei guter Sicht mit mindestens 156 Kilometer pro Stunde auf das Fahrzeug der Musiker auf.

Šaulić – der in seiner Heimat als »König der Volksmusik« galt – und Kerić, 67 und 43 Jahre alt, starben im Krankenhaus, ein dritter Mann wurde schwer verletzt.

Warum er sich das Auto eines Bekannten ohne gültigen Führerschein nahm und wie es zu der Fahrt kam, ließ der Verurteilte in der Verhandlung offen.

Anmerkung der Redaktion: In einer ursprünglichen Version wurde Šaban Šaulić als Popstar bezeichnet. Richtig ist, dass er ein in Serbien sehr populärer Volksmusiker war.

ptz/dpa