Sachsen-Anhalt Entlassener Frauenmörder wird nicht mehr überwacht

Die monatelange Dauerüberwachung des aus der Haft entlassenen Frauenmörders aus Quedlinburg ist eingestellt worden. Grund für die Maßnahme: Der 40-Jährige gilt zwar weiterhin als gefährlich, hat jedoch einer Psychotherapie zugestimmt.


Magdeburg - Der Therapievertrag sei am Freitag unterzeichnet worden, sagte eine Sprecherin des Justizministeriums von Sachsen-Anhalt. Zu den Konditionen gehörten eine teilweise Entbindung des Therapeuten von der Schweigepflicht sowie Alkoholabstinenz des Patienten.

Der Quedlinburger war seit seiner Haftentlassung im Dezember von mehr als 30 Polizisten überwacht worden, weil er weiterhin als gefährlich galt. Ende März wurde er wegen Verstößen gegen Meldeauflagen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Er hatte unter anderem unerlaubt den Landkreis verlassen, um ein Bordell zu besuchen.

Seit der Verurteilung hält er sich laut Justizministerium allerdings "penibel" an seine Bewährungsauflagen. Die Observierung war deshalb bereits über Ostern sowie in der vergangenen Woche streckenweise ausgesetzt worden.

Der Mann saß 22 Jahre im Gefängnis, weil er 1983 eine Frau tötete und nach seiner Freilassung auf Bewährung 1992 auf eine weitere Frau einstach. Aufgrund seiner Gefährlichkeit war zunächst eine nachträgliche Sicherungsverwahrung gegen ihn verhängt worden, die aufgrund einer Gesetzeslücke aber aufgehoben werden musste.

jto/ddp



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