Ermittlungsverfahren Mann ließ sich wohl mehr als hundertmal gegen Corona impfen

In Sachsen sollen es 95 Spritzen gewesen sein, in Sachsen-Anhalt kamen wohl Dutzende dazu: Die Staatsanwaltschaft Magdeburg ermittelt gegen einen Massen-Impfling. Ihm wird mehrfacher Betrug vorgeworfen.
Coronaimpfung (Symbolbild): »Die Ermittlungen werden noch geraume Zeit in Anspruch nehmen«

Coronaimpfung (Symbolbild): »Die Ermittlungen werden noch geraume Zeit in Anspruch nehmen«

Foto: Martin Schutt / dpa

Ein Mann ließ sich in Sachsen zigfach gegen Covid-19 impfen – doch das war offenbar nicht alles. Der Massen-Impfling soll auch in Sachsen-Anhalt aktiv gewesen sein. Womöglich erhielt er so mehr als hundert Coronaimpfungen.

Ein entsprechendes Ermittlungsverfahren sei »hier anhängig«, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Magdeburg. Er sprach von einem »auffälligen Verhalten« und Dutzenden Impfungen. Die Behörde warte auf weitere Verfahren gegen den Verdächtigen, um die Ermittlungen in einer Hand zu führen.

Der 61-Jährige hatte sich seit Sommer 2021 immer wieder in Sachsen impfen lassen. Die »Freie Presse«  berichtete, der Mann habe teilweise drei Impfungen an einem Tag erhalten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Leipzig erhielt er in Impfzentren insgesamt mindestens 95 Spritzen. Zur Motivation des Mannes lägen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor, sagte ein Sprecher. Der Fall sei inzwischen an Magdeburg abgegeben worden, wo der Beschuldigte wohnt.

Als der Massen-Impfling Anfang März im sächsischen Eilenburg gestoppt wurde, hatte er Blanko- und auf andere Namen ausgefüllte Impfausweise bei sich. Ihm wird mehrfacher Betrug vorgeworfen, sagte der Magdeburger Oberstaatsanwalt. Es bestehe der Verdacht, dass der Mann gefälschte Impfzertifikate verkaufte: »Die Ermittlungen werden noch geraume Zeit in Anspruch nehmen.«

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Als der Mann Anfang April festgenommen wurde, gab es keine Hinweise auf durch die zahlreichen Impfungen hervorgerufene gesundheitliche Auffälligkeiten. Der Chemnitzer Infektiologe Dietmar Baier, Mitglied der Sächsischen Impfkommission, hatte damals gesagt, der Impfling müsse wohl keine Schäden fürchten: »Es nützt nichts, und es schadet nichts.« Der Körper baue den Stoff schnell ab, das Immunsystem passe sich der dauernden Auffrischung an und reagiere irgendwann gar nicht mehr.

ptz/dpa
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