Sachsen "Hutbürger" fordert Entschädigung vom ZDF

Maik G. wurde am Rande einer Pegida-Demonstration gefilmt - und als "Hutbürger" bekannt. Nun fordert der ehemalige Mitarbeiter des sächsischen Landeskriminalamts eine Entschädigung "nicht unter 20.000 Euro".

"Hutbürger"-Graffito in Dresden: "Sie haben mich ins Gesicht gefilmt"
Robert Michael/ DPA

"Hutbürger"-Graffito in Dresden: "Sie haben mich ins Gesicht gefilmt"


Ein ehemaliger Mitarbeiter des sächsischen Landeskriminalamtes - bekannt geworden als Dresdner "Hutbürger" - fordert eine Entschädigung vom ZDF und einem Kameramann, wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Es gehe um eine Medienrechts- und Persönlichkeitsverletzung, sagt der Anwalt von Maik G., der sächsische AfD-Vize Maximilian Krah. Die Entschädigung solle "nicht unter 20.000 Euro" liegen.

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Heft 25/2019
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Maik G., einst Buchprüfer im Landeskriminalamt, hatte im August 2018 am Rande einer Pegida-Demonstration mit einem schwarz-rot-goldenen Anglerhut, Sonnenbrille und roter Weste lautstark gegen ein ZDF-Team protestiert und gesagt: "Sie haben mich ins Gesicht gefilmt."

Anwalt Krah versichert, der inzwischen in eine andere Behörde versetzte Staatsdiener sei nur "gelegentlich" zu Pegida-Demonstrationen gegangen und habe oft eine Fahne Israels dabei gehabt, weil er ein "großer Bewunderer" dieses Staates sei. Er habe den Kameramann damals irrtümlich für einen "Antifa-Fotografen" gehalten; Hut und Sonnenbrille habe er getragen, um "auch im Hinblick auf sein Beschäftigungsverhältnis" nicht erkannt zu werden. Durch die Veröffentlichung habe er arbeitsrechtliche Konsequenzen ertragen müssen und sei deutschlandweit verunglimpft worden.

stw



insgesamt 51 Beiträge
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bebau 14.06.2019
1. Meinen ist nicht wissen
Er hielt das Kamerateam also irrtümlich für Antifa? Wenn ich Leuten Ärger machen will, dann sollte ich mir da aber ganz sicher sein und nicht auf unsicheren Vermutungen handeln.
Joachim Kr. 14.06.2019
2. Konsequenzen ertragen
Als Beamter / Mitarbeiter im öffentlichen Dienst hätte er sich möglicher Konsequenzen bewusst sein müssen. Jetzt muss er das hinnehmen, das öffentliche Interesse wiegt schwerer.
der_roester 14.06.2019
3. The meme that keeps on giving
Ein dummer Mann macht in der Öffentlichkeit eine dumme Aussage und will anschließend Dritte dafür zur Verantwortung ziehen, dass die Öffentlichkeit sich über seine Dummheit lustig macht. Naja , zumindest ist er auch im nachhinein konsequent in seiner Dummheit, lenkt der dumme Mann doch durch diese Schlagzeile zweifellos erneut die Aufmerksamkeit auf sich, wodurch ihm weitere Häme gewiss sein wird. Nur dieses Mal kann er - in einer schnellebigen Welt, in der er zweifelsohne für die Meisten bereits in Vergessenheit geraten ist- die Schuld dafür allerdings nur bei sich selbst suchen. Ich warte also gespannt auf die Schlagzeile, die verkündet, er würde sich selbst wegen Verunglimpfung anzeigen.
der Pöter 14.06.2019
4. Hut und Brille,
um nicht erkannt zu werden? Verstieß er damit nicht gegen das Vermummungsverbot? Außerdem ist so etwas feige, wenn man nicht öffentlich zu seiner Meinung steht!
selbst_denkend 14.06.2019
5. Lächerlich!
Womit sich unsere Gerichtsbarkeit so beschäftigen muss... Wenn ich mich in der Öffentlichkeit so verhalte und 'argumentiere' wie der Kläger, muss ich mir der möglichen Konsequenzen wohl bewusst sein. Nur um das klarzustellen: Ich stelle nicht das verbriefte Recht des Klägers in Frage an genehmigten Demonstrationen, gleich welcher Art, teilzunehmen. Allerdings war er sich, wie er durch seine 'Tarnung' klar zu erkennen gibt, durchaus möglicher beruflicher Konsequenzen bewusst. Hätte er sich 'ruhig' verhalten und wäre das Kamerateam nicht in der Art und Weise angegangen, hätte seine Teilnahme an der Demo wohl auch keinerlei berufliche Konsequenzen gehabt.... 'Trenne einen Menschen niemals von den Konsequenzen seines Handelns' ist ein Statement das heute leider viel zu selten gilt. Hier gab es diese. Nicht wegen seiner Teilnahme an der Demo, sondern wegen seines Verhaltens. Ich kann nur hoffen, dass das Gericht die Klage umgehend abweist!
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