Wegen Spuren im Fall Peggy Sachsens Polizei will drei Kindstötungen erneut überprüfen

Die Polizei in Sachsen reagiert auf die neuen DNA-Spuren im Fall Peggy. Die Ermittler kündigten an, die ungeklärten Tode dreier Kinder neu zu untersuchen.


Im Zusammenhang mit der Entwicklung im Fall Peggy werden auch in Sachsen drei Fälle von Kindstötungen erneut überprüft. "Wir wollen einfach hundertprozentig sichergehen, dass bei den Fällen allen Spuren nachgegangen wurde", sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden. Vor allem gehe es um mögliches genetisches Material, das "vielleicht vor Jahren noch gar nicht ausgewertet werden konnte".

Am Fundort der im vergangenen Juli in Thüringen entdeckten Leiche der aus Oberfranken stammenden kleinen Peggy waren DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt nachgewiesen worden. Das NSU-Trio hatte sich auch in den sächsischen Städten Zwickau und Chemnitz versteckt.

Nach Bekanntwerden des NSU-Zusammenhangs habe man sich ungeklärte Fälle aus ganz Sachsen noch einmal angeguckt, sagte Klein. Unter den drei Fällen, die nun erneut überprüft würden, sei einer noch aus DDR-Zeiten, bei einem weiteren sei nie eine Leiche gefunden worden. Nähere Angaben zu den Fällen wollte er nicht machen.

Auch Thüringen reagierte auf die neue Spur in dem Fall. Der Freistaat gründete eine neue Sonderkommission (Soko), die alle ungeklärten Kindstötungen seit 1990 noch einmal untersuchen soll. In Hamburg kündigten die Ermittler an, den Fall der Vermissten Hilal zu überprüfen.

jal/dpa

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