Verdächtiges Pulver LKA ermittelt wegen Drohbriefen an Behörden

Ein weißes Pulver rieselt aus Briefen an Behörden in Nordrhein-Westfalen und Sachsen. Der Absender droht mit Gefahren für die Personen, die mit dem Pulver in Kontakt kommen.

Feuerwehrleute bauen in Arnsberg eine Dekontaminierungsstation auf
Daniel Großert/Sauerlandkurier/dpa

Feuerwehrleute bauen in Arnsberg eine Dekontaminierungsstation auf


Drohbriefe, unbekannte Substanzen und mindestens 18 verletzte Personen: In Behörden in Sachsen und Nordrhein-Westfalen haben am Montag verdächtige Postsendungen Einsätze der Feuerwehr ausgelöst. In mehreren sächsischen Ministerien sowie im Landtag in Dresden gingen Briefe mit einer bisher unbekannten Substanz ein.

Im Gebäude der Staatsanwaltschaft Arnsberg im Sauerland gab es am Montagnachmittag einen Großeinsatz, weil 18 Personen über Atemwegsreizungen und Husten klagten. Die Betroffenen würden versorgt, sagte ein Feuerwehrsprecher. Nach Polizeiangaben wurde das Justizgebäude geräumt und der Bereich abgesperrt. Die Feuerwehr sei alarmiert worden, weil ein gefährlicher Stoff ausgetreten sein soll, hieß es. Chemikalien-Experten seien für Untersuchungen angefordert worden, sagte der Sprecher in Arnsberg.

Gleiche Briefe in Sachsen entdeckt

In den betroffenen Poststellen der sächsischen Behörden seien gleichartige Sendungen geöffnet worden, aus denen jeweils eine pulvrige Substanz gerieselt sei, teilte das Landeskriminalamt (LKA) mit. In den Briefen wurde zudem mit Gesundheitsschäden für die Personen gedroht, die mit dem Pulver in Kontakt kämen. Polizei und Feuerwehr "in entsprechender Schutzausrüstung" stellten die verdächtige Substanz sicher, so ein Sprecher der Einsatzleitung. Eine konkrete Gefahr habe zunächst ausgeschlossen werden können. Ein Ergebnis der Substanzanalyse stand am frühen Abend noch aus.

Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen einschließlich weiterer kriminaltechnischer Untersuchungen der Sendungen sowie Ermittlungen zum Absender und dessen Motivation übernahm das polizeiliche Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum des Landeskriminalamts in Sachsen.

ptz/dpa/afp



insgesamt 3 Beiträge
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Das Pferd 28.10.2019
1.
...und vergessen Sie beim Briefeschreiben nie die Absenderadresse leserlich auf der Rückseite des Kuverts zu vermerken.....
nach-mir-die-springflut 28.10.2019
2. Raute des Grauens
Bestellt wie geliefert. Innere Sicherheit war eh Luxus.
Hans58 29.10.2019
3. Update
Update zu den Briefen bei der StA Arnsberg: "Nun ist klar, was am Montagabend den ABC-Großalarm bei der Staatsanwaltschaft auslöste: Eine Pfefferkugel, ein sogenannter "Pepperball", der in einer Akte gelagert wurde, hatte für Atemwegsreizungen bei Mitarbeitern der Behörde gesorgt. Das teilte die Polizei am Dienstagmorgen mit." Quelle: https://www.sauerlandkurier.de/nordrhein-westfalen/unbekannte-substanz-entdeckt-grosseinsatz-staatsanwaltschaft-arnsberg-13175589.html
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