Sachsen und Sachsen-Anhalt Behörden ermitteln gegen mutmaßlich rechtsextremes Prepper-Netzwerk

Sie sollen sich auf den "Tag X" und einen "Rassenkrieg" vorbereiten und gegen das Waffengesetz verstoßen haben. Nun ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft gegen eine rechte Prepper-Gruppe.

Die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg ermittelt gegen mutmaßliche Mitglieder des in Sachsen und Sachsen-Anhalt aktiven rechtsextremen Prepper-Netzwerks "Zuflucht". "Wir haben ein Verfahren gegen mehrere Beschuldigte eingeleitet", sagte der Sprecher der Behörde, Klaus Tewes. Dabei gehe es vor allem um Verstöße gegen das Waffengesetz und das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Der Schwerpunkt der Ermittlungen gegen die Gruppe werde wahrscheinlich aber in Sachsen und bei den sächsischen Behörden liegen, so Tewes. Zuvor hatte die "taz " über die Ermittlungen berichtet. Die Zeitung hatte zuvor mit dem Recherchenetzwerk "LSA Rechtsaußen" über Chatprotokolle der Gruppe berichtet. Mehrere Bundeswehrreservisten und Burschenschafter sollen sich demnach im Internet zusammengefunden und später unter anderem über private Bewaffnung und einen möglichen "Rassenkrieg" ausgetauscht haben.

Schwerpunkt der Ermittlungen auf Schießübungen im Kreis Wittenberg

Vor dem "Tag X" habe die Gruppe Zuflucht in einem Dorf nahe Leipzig suchen wollen. Im Mittelpunkt der Naumburger Ermittlungen stehen nun laut der Generalstaatsanwaltschaft illegale Schießübungen, die die Gruppe im Landkreis Wittenberg abgehalten haben soll.

Im vergangenen Jahr war am Landgericht Schwerin ein früheres SEK-Mitglied angeklagt worden. Er hatte sich selbst der Prepper-Szene zugerechnet. Der ehemalige Polizeibeamte hatte 55.000 Schuss Munition und zahlreiche Waffen gehortet und war zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden. Das Gericht hatte die Strafe jedoch zur Bewährung ausgesetzt und den Haftbefehl aufgehoben.

Der Begriff "Prepper" geht auf das englische Verb "to prepare", vorbereiten, zurück. Viele Prepper sind harmlos. Es gibt allerdings auch Rechtsextreme, die die Sorge vor einem Zusammenbruch aller Ordnung teilen. Sie sehen Deutschland in absehbarer Zeit im Chaos versinken, durch Naturkatastrophen, Wirtschaftskrisen oder Krieg.

fek/dpa
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