Säure-Attacke auf Ex-Freundin 33-Jähriger muss zwölf Jahre in Haft

Ein Mann griff seine Ex-Freundin mit Säure an, um ihr Gesicht zu entstellen. Jetzt muss er wegen gefährlicher Körperverletzung ins Gefängnis. Ein Psychiater hielt ihn für voll schuldfähig.

Angeklagter im Säureprozess
DPA

Angeklagter im Säureprozess


Für die Säureattacke auf eine junge Frau in Hannover muss ihr 33-Jähriger Ex-Freund zwölf Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht verurteilte den Mann wegen schwerer Körperverletzung. Die Anklage hatte zwölf Jahre, die Verteidigung siebeneinhalb Jahre Haft gefordert. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann ursprünglich versuchten Mord vorgeworfen.

Ein Psychiater attestierte ihm zwar eine Persönlichkeitsstörung, befand ihn aber für schuldfähig. Für die von der Verteidigung angestrebte Einweisung in die Psychiatrie gab es somit keine Grundlage. Das entstellte Opfer verfolgte den Prozess als Nebenklägerin.

Geständnis vor Gericht

Der Mann hatte vor Gericht ein Geständnis abgelegt. Er habe die 27-Jährige hässlich machen wollen. Mehrfach beteuerte er, die Tat zu bedauern, er habe die verheerende Wirkung der Säure unterschätzt. Schon vor Beginn des Verfahrens ließ er 50.000 Euro Schmerzensgeld an das Opfer überweisen - als Vorschuss für weitergehende Ansprüche.

"Ich möchte keine Revision einlegen, in anderen Ländern hätte ich die Todesstrafe erhalten", sagt der Mann gleich nach dem Schuldspruch. Er habe die lange Haftstrafe verdient. Auch die junge Frau als Nebenklägerin verzichtet auf eine Revision.

Wie der NDR berichtete, musste sie bereits 25 Operationen über sich ergehen lassen. Für zwei Wochen sei die Frau ins künstliche Koma versetzt worden, weil ihre Verätzungen durch die Säure so schwer waren.

sms/dpa



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