Säureattacke auf Manager Belgier muss zwölf Jahre ins Gefängnis

Im März 2018 wurde der Manager Bernhard Günther mit Schwefelsäure übergossen und schwer verletzt. Nun hat das Landgericht Wuppertal einen 42 Jahre alten Belgier für die Tat verurteilt.
Manager Bernhard Günther (r.) im Gerichtssaal neben seinem Anwalt Martin Meinberg

Manager Bernhard Günther (r.) im Gerichtssaal neben seinem Anwalt Martin Meinberg

Foto: Henning Kaiser / dpa

Bis zum letzten Verhandlungstag hatte der Angeklagte seine Unschuld beteuert, doch das Gericht glaubte ihm nicht. Ein 42 Jahre alter Belgier muss nach der Säureattacke auf den Energiemanager Bernhard Günther zwölf Jahre in Haft. Das Landgericht Wuppertal verurteilte ihn wegen absichtlicher schwerer und gefährlicher Körperverletzung.

Die Ermittlungen gegen einen zweiten Verdächtigen waren eingestellt worden. Der Kampfsportler war mangels ausreichender Beweise wieder freigelassen worden, obwohl Günther aussagte, ihn wiedererkannt zu haben.

Der mittlerweile 55-jährige Spitzenmanager Günther war am 4. März 2018 in der Nähe seines Hauses in Haan bei Wuppertal von zwei Männern angegriffen, mit hoch konzentrierter Schwefelsäure überschüttet und schwer verätzt worden.

Er wurde mehrfach operiert. Augenlider und Teile seiner Gesichtshaut mussten transplantiert werden. Zahlreiche weitere Operationen stünden ihm noch bevor. Er verlasse sein Haus nur selten ungeschminkt, berichtete er in dem Prozess.

Der Vorsitzende Richter Holger Jung hatte bereits zu Prozessbeginn Ende Juni von einer »hohen Wahrscheinlichkeit für einen Schuldspruch« für den 42-Jährigen gesprochen. Am Tatort war ein Handschuh mit DNA-Spuren des Belgiers gefunden worden.

Die Erklärung des Mannes, die Handschuhe seien ihm gestohlen und als falsche Fährte am Tatort platziert worden, fand das Gericht offensichtlich wenig überzeugend.

Günther war zum Zeitpunkt des Anschlags Finanzvorstand der damaligen RWE-Tochter Innogy. Damals stand die Übernahme von Innogy durch E.on unmittelbar bevor. Günther vermutet als Auftraggeber des Säureattentats eine Person in seinem damaligen beruflichen Umfeld, die ihn als Konkurrenten habe ausschalten wollen.

Heute ist Günther Finanzvorstand des finnischen Energiekonzerns Fortum, der mehr als 19.000 Menschen beschäftigt. Mit der Entscheidung seien die Ermittlungen hoffentlich nicht beendet, sagte Günther vor Gericht. Er hoffe, dass auch die Mittelsmänner und der Auftragsgeber der Tat aufgeklärt würden.

kha/dpa
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