Die "Bestie" der Cosa Nostra Mafiaboss Totò Riina ist tot

Er wurde für mehr als 100 Morde verantwortlich gemacht: Der sizilianische Mafiaboss Salvatore "Totò" Riina ist nach schwerer Krankheit in Haft gestorben. Der "Bestie" genannte Mafioso bereute nichts.

Mafiaboss Salvatore "Totò" Riina bei seiner Festnahme 1993 in Palermo
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Mafiaboss Salvatore "Totò" Riina bei seiner Festnahme 1993 in Palermo


Der Mafioso Totò Riina, einst einer der gefürchtetsten Bosse der sizilianischen Mafia, ist tot. Riina starb in einer Krankenabteilung für Häftlinge in Parma, nachdem er zuvor mehrere Tage im künstlichen Koma gelegen hatte, wie unter anderem die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Er wurde für zahlreiche Auftragsmorde verantwortlich gemacht und mindestens 13-mal zu lebenslanger Haft verurteilt.

Riina war unter anderem unter dem Spitznamen "die Bestie" bekannt. Er ist der frühere Chef der sizilianischen Cosa Nostra und galt als "Boss der Bosse". Seine Anwälte hatten noch versucht, ihm ein Sterben im Hausarrest zu ermöglichen. Ein Gericht in Bologna lehnte das Gesuch jedoch ab.

Der italienische Justizminister Andrea Orlando hatte Riinas Frau und drei seiner vier Kinder am Donnerstag aber noch erlaubt, den Paten, der an diesem Tag 87 Jahre alt wurde, im Krankenhaus zu besuchen, um Abschied zu nehmen. Dem seit 1993 inhaftierten Mafioso war es normalerweise untersagt, Besuch zu empfangen.

Sein ältester Sohn Giovanni sitzt wegen vierfachen Mordes im Gefängnis. Sein anderer Sohn Salvatore schrieb auf Facebook: "Du bist für mich nicht Totò Riina, Du bist einfach mein Vater. Und ich gratuliere Dir zum Geburtstag an diesem traurigen, aber wichtigen Tag, ich liebe Dich."

"Sie werden mich niemals brechen"

Der "La Belva" ("Bestie" oder "Raubkatze") genannte Riina galt fast 20 Jahre lang als einer der brutalsten und gefürchtetsten Paten der sizilianischen Mafia. Unter anderem wurde Riina für schuldig befunden, in den Jahren 1992 und 1993 die Mordanschläge auf die Anti-Mafia Richter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino in Auftrag gegeben zu haben.

Im Juli hatte ein Gericht ein Gesuch abgelehnt, Riina aus Gesundheitsgründen freizulassen. Dieser war vor dem Antrag abgehört worden; dabei hatte er gesagt, dass er nichts bereue. "Sie werden mich niemals brechen, selbst wenn sie mir 3000 Jahre geben", sagte er. Die Diskussion um die Freilassung hatte die Hinterbliebenen der Opfer empört.

Strafprozess gegen Riina 1995 in Rom
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Strafprozess gegen Riina 1995 in Rom

Riina war nach Überzeugung der italienischen Justiz einer der Drahtzieher von Anschlägen in Rom, Mailand und Florenz, bei denen 1993 zehn Menschen getötet wurden. Kurz vor Weihnachten 1982 hatte er einen Konkurrenten aus Palermo und 20 von dessen Männern an einem Tag töten lassen. Insgesamt soll der Bauernsohn aus Corleone für weit mehr als 100 Morde verantwortlich sein, manche Zählungen kommen auf bis zu 150 Opfer.

Anmerkung der Redaktion: Andrea Orlando ist italienischer Justizminister und nicht Gesundheitsminister. Wir haben die Angabe korrigiert.

apr/AFP



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