Sachsen-Anhalt "Reichsbürger" attackiert Polizisten in Bürgercenter

In Salzwedel hat ein "Reichsbürger" gemeinsam mit seiner Frau mehrere Polizisten attackiert - weil er ein Gebäude der Stadtverwaltung nicht verlassen wollte. Ein Beamter und der Angreifer wurden verletzt.


Ein selbsternannter "Reichsbürger" hat in Salzwedel Polizisten angegriffen und einen von ihnen verletzt. Der 43-Jährige habe sich trotz Aufforderung eines Mitarbeiters geweigert, ein Bürgercenter der Stadt in Sachsen-Anhalt zu verlassen, teilte die Polizei mit. Als die alarmierten Beamten eintrafen, habe der Mann unvermittelt auf sie eingeschlagen und sie dabei als "Nazis" beschimpft.

Auch die 34-jährige Frau des "Reichsbürgers" habe die Polizisten attackiert. Gegen das Paar wurde schließlich ein Platzverweis ausgesprochen. Bei der Rangelei wurde der Polizei zufolge auch der Angreifer verletzt, er kam in ein Krankenhaus.

Die sogenannten "Reichsbürger" sind keine einheitliche Bewegung, sie eint jedoch die Idee, das Deutsche Reiche bestehe fort und die Bundesrepublik sei kein rechtmäßiger Staat. Erkenntnisse über "Reichsbürger" gibt es vor allem bei den Landesverfassungsschutzbehörden, im jüngsten Jahresbericht des Bundesamtes wird die Bewegung nicht erwähnt. Die Bundesregierung hat die Behörde nun gebeten, die Szene neu einschätzen.

In den vergangenen Tagen hatte der Angriff eines selbsternannten "Reichsbürgers" auf ein Spezialeinsatzkommando der Polizei bundesweit Bestürzung ausgelöst. Der Sportschütze Wolfgang P. schoss im fränkischen Georgensgmünd mehrfach auf die Beamten, die seine Waffen sichern sollten. Vier Polizisten wurden verletzt, einer von ihnen so schwer, dass er später in einem Krankenhaus starb.

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Im Video: Zu Besuch bei "Reichsbürgern"

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mxw/AFP

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