Saudi-Arabien Drogenrazzien an Mädchenschulen

Weil immer mehr junge Mädchen in Saudi-Arabien Angst und Stress mit verbotenen Medikamenten bekämpfen, hat die Regierung jetzt landesweite Durchsuchungen von Mädchenschulen angeordnet.


Riad/Kairo - Das saudiarabische Erziehungsministerium entsandte weibliche Sicherheitsbeamte in alle Schulen des Landes, damit sie Taschen und Kleidung der Mädchen durchsuchen. Wie die Zeitung "al-Watan" heute berichtet, suchen die Beamten nach sogenannten "Sahnebonbons", bewusstseinsverändernden Benzodiazepin-Tabletten, die besonders unter Mädchen im Umlauf sein sollen.

Benzodiazepin wirkt beruhigend und schlaffördernd, muskelentspannend und stimmungsaufhellend. Zwar werden Angstgefühle und Stressempfinden beim Konsumenten vermindert. Das Medikament dämpft aber auch alle anderen Emotionen und führt bei längerem Gebrauch zu Abhängigkeit.

In der Bundesrepublik gelten Benzodiazepin-Medikamente als die am häufigsten missbrauchten Arzneimittel überhaupt. Der Wirkstoff fällt hier unter das Betäubungsmittelgesetz. In Saudi-Arabien riskieren Drogenhändler die Todesstrafe.



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.