Waffen aus Fabrik geschmuggelt Die Spur führt ins Rockermilieu

Über Jahre soll ein Mann Waffen aus einer Sportwaffen-Fabrik in Nordrhein-Westfalen gestohlen und diese verkauft haben. Einer der mutmaßlichen Abnehmer: die Rockerszene.

Jens Wolf/dpa

Ein Mitarbeiter eines Sportwaffen-Herstellers im Sauerland soll über Jahre hinweg halbautomatische Waffen aus der Fabrik gestohlen und ins kriminelle Milieu verkauft haben.

Bereits Ende März war der 47-Jährige laut Angaben der Staatsanwaltschaft dabei erwischt worden, wie er Einzelteile von halbautomatischen Pistolen entwendete. "Wir gehen davon aus, dass er etwa seit 2016 rund 100 halbautomatische Waffen in Umlauf gebracht hat", sagte der ermittelnde Staatsanwalt Thomas Schmelzer. Der Tatverdächtige sitze in Untersuchungshaft und habe in vollem Umfang gestanden.

In akribischer Ermittlungsarbeit sei die Spur der Waffen nachverfolgt worden, sagte Schmelzer. Es sei davon auszugehen, dass viele der Waffen in die Rockerszene weitergereicht worden seien - und auch benutzt wurden.

So seien die Waffen im Zusammenhang mit einer blutigen Auseinandersetzung zwischen "Freeway Riders" und "Bandidos" in Hagen wieder aufgetaucht. Eine Razzia und mehrere Festnahmen habe es bereits gegeben, am Mittwoch folgten nun weitere Durchsuchungen an mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen und im niedersächsischen Wilhelmshaven. Rund 130 Beamten waren dabei nach Polizeiangaben im Einsatz, darunter auch Spezialeinheiten.

ala/dpa



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