Prozess gegen Ex-Kapitän Schettino Gericht ordnet neues Gutachten zur "Costa Concordia" an

Teilerfolg für die Anwälte des Unglückskapitäns Francesco Schettino: Ihrem Antrag auf Erstellung eines neuen Gutachtens zur "Costa Concordia" wurde stattgegeben. Die Verteidigung will ihren Mandanten mit neuen Beweisen entlasten.

Francesco Schettino beim Verlassen des Gerichts in Grosseto
AP/dpa

Francesco Schettino beim Verlassen des Gerichts in Grosseto


Grosseto - Während vor der Insel Giglio nach den zwei noch vermissten Opfern der "Costa Concordia"-Katastrophe gesucht wird, muss sich Kapitän Schettino weiter im italienischen Grosseto vor Gericht verantworten.

Im Prozess um die Havarie der "Costa Concordia" hat das Gericht ein zusätzliches Gutachten über die Instrumente des Kreuzfahrtschiffs angeordnet. Damit entsprachen die Richter am Dienstag den Anträgen einiger Nebenkläger und der Anwälte des angeklagten Kapitäns Francesco Schettino. Die Verteidigung hofft nach Aufstellung des Wracks Beweise zu finden, die belegen, dass ihr Mandant nicht allein schuld an der Havarie war.

Schettino hatte am Montag vor Gericht den Rudergänger beschuldigt, seine Befehle nicht befolgt und damit den Zusammenprall mit dem Felsen verursacht zu haben. Für die neue Beurteilung sollen Gutachter das Wrack in Augenschein nehmen, sobald es gesichert ist. Der Prozess soll am 7. Oktober mit der Anhörung der ersten Zeugen fortgesetzt werden. Weitere für diese Woche vorgesehene Termine wurden abgesagt.

Schettino muss sich unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung sowie Verlassen des Schiffs verantworten. Im Januar 2012 war die "Costa Concordia" vor der Mittelmeer-Insel Giglio auf einen Felsen gelaufen und gekentert, 32 Menschen kamen ums Leben.

Unterdessen ist die Suche nach den beiden noch vermissten Opfern der Havarie angelaufen. 20 Monate nach dem Unglück suchen Taucher nach den Leichen eines indischen Crewmitglieds und einer Passagierin aus Sizilien.

ala/dpa

insgesamt 4 Beiträge
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ChristianWild 25.09.2013
1. Schuldigen
Für die da Oben gibt es immer einen dummen Unten der die Verantwortung übernehmen werden wird müssen. Wie immer.
Kauzboi 25.09.2013
2. Neue Beweise?
Welche Beweise könnten das sein? Etwa das Schettino gar nicht der Kapitän sondern der Schiffs-Gigolo war?
Freewolfgang 25.09.2013
3. "Steinigt ihn"?
Zitat von sysopAP/dpaTeilerfolg für die Anwälte des Unglückskapitäns Francesco Schettino: Ihrem Antrag auf Erstellung eines neuen Gutachtens zur "Costa Concordia" wurde stattgegeben. Die Verteidigung will ihren Mandanten mit neuen Beweisen entlasten. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/schettino-in-grosseto-neues-gutachten-zur-costa-concordia-a-924348.html
Zunächst einmal steht der Mann nur unter Anklage, und die Staatsanwaltschaft muss beweisen, dass Schettino zumindest mitverantwortlich für die Havarie des ihm anvertrauten Schiffes ist. Doch selbst im Falle seines Freispruches wird er vermutlich in seinem erlernten Beruf keine Anstellung mehr finden. Allein sein Name dürfte ausreichen, dass ihm niemand mehr auch nur ein Ruderboot anvertraut. Und selbst WENN er von den ihm zur Last gelegten Vorwürfen freigesprochen wird, besteht durchaus die Möglichkeit, dass er Opfer von Selbstjustiz werden könnte.
blackpride 26.09.2013
4. Hahaha
Zitat von KauzboiWelche Beweise könnten das sein? Etwa das Schettino gar nicht der Kapitän sondern der Schiffs-Gigolo war?
Ehrlich gesagt, als ich dieses Bild gesehen habe, habe ich mich auch gefragt wieviele einsame Muddis der Mann bei Kreuzfahrten schon getröstet hat. Die Masche wird wohl immer die gleiche sein. Einladung an den Kapitänstisch und dann Knick-Knack.
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