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Hannover: Tödlicher WM-Streit

Foto: Peter Steffen/ dpa

Schießerei in Hannover Zweites Opfer stirbt nach WM-Streit

Holger B. soll in Hannover aus nächster Nähe zwei Italiener niedergeschossen haben, weil er mit ihnen über Fußball gestritten hatte. Jetzt ist auch das zweite Opfer, der Koch Giuseppe L., seinen Verletzungen erlegen. Nach dem mutmaßlichen Schützen wird immer noch gefahndet.

Hannover - Nach einer Schießerei in einer Hannoverschen Gaststätte ist auch das zweite Opfer tot. Der 49-jährige Giuseppe L. starb nach Polizeiangaben in der Nacht zum Dienstag. Am Vortag war bereits der 47 Jahre alte Franco S. seinen Kopfverletzungen erlegen.

Am Montagmorgen hatte es in der Kneipe namens Columbus am Rande des Rotlichtviertels einen Streit zwischen den beiden Italienern und dem deutschen Holger B., 42, um die Anzahl der WM-Titel von Deutschland und Italien gegeben. Der mutmaßliche Täter, nach dem noch immer gefahndet wird, soll die beiden Männer mit Kopfschüssen niedergestreckt haben und war geflüchtet.

Die Opfer hatten laut Augenzeugen geprahlt, dass Italien mit vier WM-Titeln einen mehr habe als Deutschland, hatte Polizeisprecher Heiko Steiner am Montag gesagt. Den Ermittlungen zufolge habe der Deutsche gegen 6 Uhr unter einem Vorwand das Columbus verlassen und sei mit einer Waffe zurückgekehrt. Er habe die beiden Italiener aufgefordert, den Streit mit Fäusten auszutragen - auf der Straße.

Ohne Vorwarnung

Als sich die beiden erhoben hätten, habe er ohne Vorwarnung jedem von ihnen in den Kopf geschossen. Wie viele Schüsse insgesamt abgegeben wurden, ist noch unklar. Die Waffe werde noch kriminaltechnisch untersucht, hieß es.

" Ich habe es mehr als zweimal knallen hören", sagte ein Nachbar. "Aber vielleicht waren das auch Stühle oder Barhocker, die da umfielen." Seine Freundin habe Schreie gehört. Grundsätzlich sei das nichts Ungewöhnliches in dieser Gegend - "aber nicht an einem Montagmorgen zu so früher Zeit".

Alle Beteiligten konsumierten nach Angaben der Polizei bei dem Streit Alkohol. Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen arbeitete eines der Opfer, es handelt sich um Franco S., in einem nahegelegenen Restaurant, das auch von den in Hannovers Rotlichtviertel einflussreichen Hells Angels gerne besucht wird.

jdl/dpa/apn
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