Bluttat in Kalifornien Täter-Ehepaar hortete Bomben, Waffen und Munition

Das mutmaßliche Mörder-Ehepaar von San Bernardino wohnte in einem hochgerüsteten Zuhause. Ermittler fanden Tausende Schuss Munition und zwölf Rohrbomben. Doch die Motive der Angreifer sind weiterhin unklar.


Im Haus der mutmaßlichen Schützen von San Bernardino haben Ermittler zwölf Rohrbomben gefunden. Außerdem seien Werkzeuge zum Bombenbau sichergestellt worden, sagte der Polizeichef der kalifornischen Stadt, Jarrod Burguan. "Sie hatten zusätzliches Material, um weitere Bomben zu bauen."

Bei der Bluttat mit 14 Toten hatte ein 28-jähriger städtischer Angestellter am Mittwoch gemeinsam mit seiner 27-jährigen Ehefrau bei einer Weihnachtsfeier seines Arbeitgebers das Feuer eröffnet. Die beiden Eltern einer sechs Monate alten Tochter stürmten mit Sturmgewehren und Schutzkleidung ausgerüstet die Feier in dem Ort östlich von Los Angeles. 21 weitere Menschen wurden laut Polizei verletzt, zunächst war von 17 Verletzten ausgegangen worden.

Die Behörden identifizierten die Schützen als Syed F. und seine Frau Tashfeen M., die der Nachrichtenagentur AP zufolge einen pakistanischen Pass besessen haben soll. Die beiden konnten zunächst von der Feier in dem Zentrum für körperlich beeinträchtigte Menschen entkommen und wurden später bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet. 23 Polizisten sollen dabei geschossen haben, rund 300 Beamte waren insgesamt im Einsatz.

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Bluttat in Kalifornien: 16 Tote, 21 Verletzte
Zu Hause verfügte das Ehepaar offenbar über ein ganzes Waffenlager. Laut Burguan führten F. und M. mehr als 1600 Schuss Munition mit sich, als sie sich die Schießerei mit der Polizei lieferten. Im Haus des Paares fanden die Ermittler dann rund 5000 weitere Kugeln. Sämtliche vier eingesetzten Schusswaffen habe F. legal erworben. "Sie waren ausgerüstet", sagte Burguan. "Sie hätten eine weitere Attacke verüben können. Wir haben sie abgefangen, bevor das passieren konnte."

Der leitende FBI-Agent David Bowdich sagte bei der Pressekonferenz, es sei noch "viel zu früh", über die Motive der Schützen zu spekulieren. Die Behörden schlossen einen terroristischen Hintergrund ebenso wenig aus wie einen Streit am Arbeitsplatz. Syed F. soll US-Medien zufolge die Feier wütend verlassen und dann mit der Frau zurückgekehrt sein. Ersten Ermittlungen zufolge war er nicht vorbestraft. Auch das Weiße Haus warnte vor voreiligen Schlüssen.

Der Nachrichtensender CNN berichtete unter Berufung auf Ermittlerkreise, dass F. telefonisch und über soziale Netzwerke mit Terrorverdächtigen in Kontakt gestanden habe. Offenbar sei er radikalisiert gewesen, andere Motive wie Ärger im Job könnten aber auch zu der Tat beigetragen haben. F. wurde dort als US-Bürger mit muslimischen Hintergrund beschrieben. Laut "Los Angeles Times" kehrte er von einer Reise nach Saudi-Arabien mit seiner Frau zurück.

Der Fall hat die Debatte über das in der Kritik stehende US-Waffenrecht neu entfacht. Die Gesetzgeber im Kongress rief US-Präsident Barack Obama erneut dazu auf, sich zu strengeren Gesetzen durchzuringen. Demokratische Kongressabgeordnete kündigten erneut entsprechende Initiativen an, die bislang von den Republikanern blockiert wurden.

Obama sagte, den Todesschützen dürften ihre blutigen Taten nicht so leicht gemacht werden. "So viele Amerikaner haben manchmal das Gefühl, dass wir nichts dagegen unternehmen können." Die Gesellschaft müsse in sich gehen und sicherstellen, dass die nötigen Schritte unternommen werden, damit potenzielle Schützen nicht so leicht an Waffen kommen.

apr/AFP/Reuters/AP

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