Prozess um Doppelmord Eltern getötet und eingemauert - lebenslange Freiheitsstrafen

Das ältere Ehepaar wurde erschlagen und anschließend eingemauert: Im Doppelmordprozess von Schaittach ist das Urteil verkündet worden. Beide Angeklagten sollen für viele Jahre ins Gefängnis.

Die Angeklagten wurden zu lebenslanger Haft verurteilt
Daniel Karmann/DPA

Die Angeklagten wurden zu lebenslanger Haft verurteilt


Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat im Fall eines getöteten und danach eingemauerten Ehepaars aus dem fränkischen Schnaittach die beiden Angeklagten zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden Deutschen zunächst versucht hatten, die älteren Leute mit Pflanzensamen vom Rizinusbaum und mit der Überdosis einer Partydroge zu vergiften. Als dies scheiterte, erschlug der Sohn in der Nacht auf den 14. Dezember 2017 seine im Bett liegende 66-jährige Mutter mit einem Zimmermannshammer. Danach tötete er auch seinen 70 Jahre alten Vater mit dem Hammer.

Seine Partnerin war nach Überzeugung des Gerichts zwar in der Tatnacht nicht im Haus der Eltern des Mannes. Jedoch hätten die beiden Angeklagten gemeinschaftlich gehandelt, auch wenn die Frau nicht unmittelbar an der Ausführung der Bluttat beteiligt gewesen sei.

Sie habe den Mann angestiftet, weil sie eine Heirat und ihren Einzug in das Haus davon abhängig gemacht habe, "dass die Eltern nicht mehr da" seien, sagte die Vorsitzende Richterin. Mit dieser Drohung habe die Angeklagte ihren Verlobten dazu gebracht, seine Eltern zu ermorden, weil sie den 26-Jährigen "für sich allein haben wollte".

Die Mutter soll gegen die erst wenige Monate vorher geschlossene Beziehung gewesen sein. Nach dem Doppelmord hatten die beiden geheiratet.

Das Gericht verzichtete im Fall von Ingo P. auf die von der Staatsanwaltschaft geforderte Feststellung der besonderen Schwere der Schuld und anschließende Sicherungsverwahrung. Die Verteidiger hatten für Ingo und Stephanie P. um Freisprüche gebeten.

Anfang 2018 hatte die Polizei die eingemauerten Leichen in einem Anbau des Elternhauses entdeckt. Davor hatten die Angeklagten die Eltern als vermisst gemeldet und öffentlich um Spenden für eine Suchaktion gebeten.

Im Video: Doppelmord von Schnaittach - Verdächtiger TV-Appell

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bbr/sen/AFP/dpa



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