Doppelmord von Schnaittach Ehepaar getötet und eingemauert - Verurteilte legt Revision ein

Ein älteres Ehepaar wurde erschlagen und anschließend eingemauert. Dafür wurde der Sohn der Ermordeten und dessen Partnerin zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Frau will den Schuldspruch nicht hinnehmen.

Die Angeklagten am Landgericht Nürnberg-Fürth
Daniel Karmann/DPA

Die Angeklagten am Landgericht Nürnberg-Fürth


Nach dem Urteil im Doppelmordprozess von Schnaittach hat die Angeklagte Revision eingelegt. Die Verurteilung seiner Mandantin zu lebenslanger Haft wegen Anstiftung zum Mord sei nicht nachvollziehbar, sagte ihr Verteidiger. Daher werde das Urteil einer Überprüfung unterzogen.

In dem Prozess waren ein 26-jähriger Informatiker und seine 23 Jahre alte Ehefrau wegen der Ermordung der Eltern des Mannes zu jeweils lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Das Landgericht Nürnberg-Fürth sah als erwiesen an, dass der Sohn in der Nacht auf den 14. Dezember 2017 seine im Bett liegende 66-jährige Mutter mit einem Zimmermannshammer erschlagen hatte. Danach tötete er mit dem Werkzeug auch seinen 70 Jahre alten Vater.

Die Leichen der Opfer hatte die Polizei einige Wochen nach der Tat eingemauert im Garagenanbau des Anwesens im mittelfränkischen Schnaittach entdeckt. Zuvor hatten die Angeklagten die Eltern als vermisst gemeldet und öffentlich um Spenden für eine Suchaktion gebeten.

Die 23-Jährige war nach Überzeugung des Gerichts zwar in der Tatnacht nicht im Haus der Eltern des Mannes. Sie habe ihn aber zu den Taten angestiftet, weil sie eine Heirat und ihren Einzug in das Haus davon abhängig gemacht habe, "dass die Eltern nicht mehr da" seien.

Die Staatsanwaltschaft verzichtet dagegen laut einer Sprecherin auf eine Revision. Sie hatte in dem Verfahren gefordert, bei dem Angeklagten zusätzlich die besondere Schwere der Schuld festzustellen sowie die Sicherungsverwahrung anzuordnen.

sen/dpa

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