Schockierende Bilder US-Polizist soll Frau verprügelt haben - Dienstaufsicht ermittelt

Diese Aufnahmen aus Louisiana empören Amerika: Eine Frau liegt in ihrem eigenen Blut, neben ihr kniet ein Polizist. Die 42-Jährige beschuldigt den Beamten, sie im Revier brutal zusammengeschlagen zu haben - er bestreitet das, wurde aber inzwischen entlassen.


Shreveport - Es gibt noch vieles, was unklar ist, in diesem aufsehenerregenden Fall. Doch steht fest, dass die 42 Jahre alte Angela Garbarino das Polizeirevier in Shreveport (US-Bundesstaat Louisiana) mit erheblichen Verletzungen verlassen musste: zwei ausgeschlagene Zähne, die Nase und das Jochbein gebrochen, blaue Augen und Prellungen am ganzen Körper. Die entscheidende Frage lautet: Wie kam es dazu?

Garbarino, die am 17. November 2007 wegen Trunkenheit am Steuer festgenommen wurde, sagt, der Polizist Wiley Willis, 30, habe sie gezwungen, einen Alkoholtest zu machen und sie anschließend zusammengeschlagen. Der Beamte jedoch bestreitet dies und lässt durch seinen Anwalt verbreiten, Garbarino habe versucht, das Vernehmungszimmer zu verlassen. Dabei sei sie unglücklich gefallen.

Das Video aus dem Raum, das inzwischen im Internet kursiert, zeigt lediglich, wie die angetrunkene, an den Händen gefesselte Garbarino und der Polizist rangeln. Dann geht Willis zur Kamera und stellt sie ab. Als die Aufnahme schließlich wieder läuft, ist zu sehen, wie die 42-Jährige sich am Boden windet. Aus ihrem Kopf sickert Blut. Schließlich schieben Sanitäter die verletzte Frau aus dem Raum.

"Es war sehr schmerzhaft", sagte Garbarino in der Sendung "Good Morning America". "Officer Willis kam herüber zu meinem Stuhl. Er schleuderte mich gegen die Tür und gegen den Aktenschrank." Es sei ein "Alptraum" gewesen. Willis' Anwalt, Eron Brainard, hingegen erklärte dem Sender ABC: "Ihre Verletzungen wurden durch ihr eigenes, unberechenbares Verhalten und ihre Unfähigkeit hervorgerufen, vernünftige und normale Anweisungen für festgenommene Personen zu befolgen."

Gleichwohl musste Garbarino auf Nachfrage einräumen, dass sie versucht hatte, aus dem Vernehmungszimmer zu entkommen. Gegen Willis, der umgehend entlassen wurde, ermittelt inzwischen die Dienstaufsicht. "Ich hatte die Gelegenheit, das Band zu sehen", sagte der Polizeichef von Shreveport, Henry Whitehorn. "Was ich da beobachten konnte, hat mich entsetzt." Die ersten Ermittlungen legten nahe, dass es zu "zahlreichen Pflichtverletzungen" gekommen sei.

Whitehorns Lösung: In Zukunft sollten immer zwei Polizisten zur selben Zeit in einem Raum sein.

jdl/AP



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.