Ballistische Untersuchung Tödlicher Schuss auf Mutter wurde aus der Nähe abgegeben

In Schleswig-Holstein starb in der Neujahrsnacht eine Frau durch einen Schuss. Die Ermittler sind sich nun sicher: Das Projektil wurde aus kurzer Distanz abgefeuert. Aber von wem?

Polizistinnen sichern nach der Tat in Schönberg Spuren (Archiv)
Carsten Rehder/dpa

Polizistinnen sichern nach der Tat in Schönberg Spuren (Archiv)


Staatsanwaltschaft und Polizei in Schleswig-Holstein haben das vorläufige Ergebnis der ballistischen Untersuchung zum Tod einer 39-Jährigen in der Neujahrsnacht bekannt gegeben. Die dreifache Mutter war in Schönberg bei Kiel durch einen Schuss getötet worden.

Der Untersuchung zufolge wurde der Schuss aus kurzer Distanz abgegeben. Zu diesem Ergebnis sei das Landeskriminalamt gekommen. Dass die Kugel mehrere Hundert Meter über die Häuserdächer flog, schließen die Ermittler aus.

Die Obduktion hatte ergeben, dass das Geschoss aus einer kleinkalibrigen Pistole stammte. Wie die Ermittler mitteilten, gehen sie weiter von einem tragischen Unglücksfall und nicht von einer gezielten Tat aus.

Der Fall hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Die Frau war zur Feier des Jahreswechsels mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter auf die Straße gegangen und wenige Minuten nach dem Jahreswechsel mit einer blutenden Wunde am Kopf zusammengebrochen. Ohne nochmals das Bewusstsein zu erlangen, starb sie am Neujahrstag im Krankenhaus.

Polizei will Schussrichtung mit Lasertechnik ermitteln

Seit Februar gibt es eine eigene Ermittlungsgruppe, die sich mit dem Fall beschäftigt. Mithilfe von Lasertechnik versuchten Beamte den Behörden zufolge, die Schussrichtung näher zu bestimmen. Dem LKA-Gutachten zufolge schränkten Gebäude, abgestellte Autos und die Vegetation das Schussfeld ein.

Kriminaltechniker hätten zudem einen 3D-Scan zur Tatortrekonstruktion erstellt. Mit dessen Hilfe können sich die Polizisten nun in einer virtuellen Tatortdarstellung bewegen und Messungen vornehmen.

Bei den bisherigen Ermittlungen seien zahlreiche Besitzer kleinkalibriger Waffen aufgesucht und überprüft worden, Auffälligkeiten hätten sich dabei nicht ergeben. Es seien auch die Anwohner und deren Partygäste aus der Silvesternacht befragt worden.

Ein Hinweisportal, auf dem die Polizei um private Videos aus der Nacht bat, sei nur vereinzelt genutzt worden. Eine Plakataktion im Januar habe dagegen zahlreiche Hinweise erbracht. Die Polizei sucht nun weitere, bisher nicht vernommene Zeugen, die sich in der Silvesternacht in der Nähe des Tatorts aufhielten.

apr/AFP



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