Missbrauch im Bistum Trier Aufklärung auf katholisch

Bischof Ackermann: Fürsorgepflicht für die Opfer vergessen?
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Bischof Ackermann: Fürsorgepflicht für die Opfer vergessen?

Von Anna Catherin Loll und

2. Teil: Aufklärung auf katholisch


Nach einem halben Jahr des Mobbings und vergeblicher Bitten um Unterstützung an die Bistumsleitung gab der Pfarrer auf und verließ Ostern 2011 Köllerbach. Der stellvertretende Generalvikar wies ihn schriftlich an, dass "alle Veröffentlichungen im Zuge des Abschieds" von ihm abgezeichnet werden müssten.

Bereits im März 2010, so berichtet Ittmann, hatte ihm der damalige Personalchef des Bistums Trier und Missbrauchsbeauftragte Rainer Scherschel am Telefon mitgeteilt: "Wir haben beschlossen, die Missbrauchsgeschichten in Köllerbach aus der Diözese raus zu halten". Er solle sich still verhalten und nichts weiter unternehmen. Pfarrer Ittmann erzählt, ihm sei fast der Hörer aus der Hand gefallen. "Ich konnte gar nicht fassen, dass dies die Reaktion des Bistums auf Missbrauchsverdacht sein konnte". Das "Wir" in Scherschels Satz habe sich ganz klar auf Bischof Ackermann bezogen.

Dieser selbst habe im persönlichen Gespräch mit Ittmann ebenfalls jede Zuständigkeit für die Aufklärung in Köllerbach abgestritten. Er habe alles richtig gemacht, soll Ackermann Ittmann im August 2011 gesagt haben. Dass er als Bischof eine Fürsorgepflicht auch für die Opfer hat, scheint Ackermann, der Beauftragte "für alle Fragen im Zusammenhang des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich", offenbar vergessen zu haben. Auf Nachfrage mochte das Bistum zu den Äußerungen Ackermanns und des Personalchefs nicht Stellung nehmen.

Mutmaßlicher Täter hält trotz Verbot Messen ab

Nachdem Aufklärer und Opfer massiv eingeschüchtert waren, redeten Vertreter der Bistumsleitung den Missbrauchsverdacht in Köllerbach weiter klein und bezeichneten ihn als bloßes Gerücht. Es gebe dazu keine konkreten Hinweise. Dabei hat offenbar einer der mutmaßlichen Täter in einer bis jetzt geheim gehaltenen kirchenrechtlichen Untersuchung gegenüber dem Weihbischof Robert Brahm bereits 2011 die Missbräuche eingeräumt. Doch eben dieser Geständige ist noch immer in der Gemeinde aktiv. Auch dies mochte das Bistum weder bestätigen noch dementieren.

In Trier erklärt man sich schlicht als nicht für die Aufklärung in Köllerbach zuständig. "Weder stehen die beschuldigten Personen heute, noch standen sie zum Zeitpunkt der ihnen vorgeworfenen Taten in einer Beziehung zum Bischof von Trier", erklärt die Bistumsleitung auf Nachfrage. Und die Opfer hätten sich ja schließlich auch nicht beim Missbrauchsbeauftragten von Trier gemeldet. Ergo: "Gespräche im Sinne der Leitlinien konnten damit nicht geführt und Hilfsangebote nicht gemacht werden."

Aufklärung auf katholisch: Ittmann und Gorges stehen unter Druck. Der mutmaßliche Täter bestimmt ganz maßgeblich das Leben der Gemeinde in Köllerbach. Der eine Pater ist 2000 in Freiburg und 2011 in der Schweiz wegen Kindesmissbrauchs zu jeweils mehreren Jahren Haft verurteilt worden. Der andere Pater hält trotz Verbot Messen im Bistum Trier ab. Am Telefon möchte er sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Seit seiner Entpflichtung 2007 "aus privaten Gründen", habe er keinen Kontakt mehr mit der Diözese gehabt. Zu den Vorwürfen gegen ihn und die Vorfälle in Köllerbach sei er nie befragt worden.

Schriftliches Verbot von oben

Die beiden Aufklärer erleben sich gegenüber Ackermann als ohnmächtig. Ittmann hat sich in sein Heimatbistum Paderborn zurückgezogen, als Aushilfspfarrer, er leidet unter dem Druck seiner Kirche. "Es kann doch nicht sein, dass der Missbrauchsbeauftragte selbst Missbrauchsfälle unter den Teppich kehrt", meint Ittmann. Auch Gorges versteht die Welt nicht mehr.

"Die Umstände des Missbrauchs sind ungeheuerlich und beschmutzen die Kirche", findet der konservative Pater. Ackermann sei laut klar definierter "ordentlicher Hirtengewalt" eines Bischofs zuständig. Denn die beiden Pater seien sogenannte Kleriker "vagantes", sie haben keinen zuständigen anderen Oberen. Damit fallen sie und ihre Taten unter die Verantwortung des zuständigen Diözesanbischofs, zumal sich einer der beiden weiterhin im Bistum Ackermanns aufhält, Seelsorge betreibt und Messen liest. Und auch für den dritten mutmaßlichen Täter ist Ackermann zuständig, da dieser ein Amt in einer Gemeinde des Bistums Trier, in Köllerbach, bekleidet.

Einen Tag nach seinem Brief ist Pater Gorges Ende vergangener Woche am Telefon plötzlich kurz angebunden. Er habe ein schriftliches Verbot von oben bekommen. Zu den Missbrauchsfällen in Köllerbach dürfe er sich ab sofort nicht mehr äußern.

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andydevine 29.03.2012
1. das ist doch nichts Neues...
...sondern nach wie vor der Regelfall. Wer in diesem Verein aufklären will wir unter Druck gesetzt, wer sich für Modernisieung stark macht, wird kalt gestellt. Ganz anders der Umgang mit den Tätern, siehe aktuell Mixa aus Augsburg, der nach einer gewissen Schamfrist nun umso näher an den Papst rücken darf. AUSTRETEN ist die einzige Option!
Max 29.03.2012
2.
Zitat von sysopDPAVertuschung statt Aufdeckung: Schont ausgerechnet der Missbrauchsbeauftragte und Trierer Bischof Stephan Ackermann Kinderschänder? In seinem Bistum scheinen die Aufklärer zum Schweigen verdammt zu sein. Missbrauch im Bistum Trier: Aufklärung auf katholisch - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,824116,00.html)
Es ekelt mich einfach nur an, wie diese Päderasten ohne weiteres davonkommen... Die gehören alle weggesperrt. Aber es wundert einen nichts mehr katholische Christen, sowie Religion allgemein, ist seid Jahrhunderten eine Seuche, die ausgemerzt gehört. Was leistet Religion noch positives in unserer Gesellschaft? Sie verschlingt Unsummen an Geldern und das Resultat ist, dass sie einzig und allein Vorwand ist, Kriege zu führen, Menschen zu töten und Frauen zu unterdrücken.
wildthin9 29.03.2012
3. Aber Hallo..
.. ein bewährtes, hirachisches System kann doch nicht von Heute auf Morgen obsolet sein, nur weil ein paar der Opfer aufbegehren? Die Kirche bedauert Heute sicher sehr, daß die Hexenverbrennungen aufgegeben werden mussten, war dies doch damals sicher ein adäquates Mittel, Zeugen los zu werden. Hatte einen cholerischen, prügelnden Pfarrer in der 9. Klasse, nach dem Er mir eine Ohrfeige fürs lesen eine Comics unter der Schulbank gab, hab ich Ihn die Schultafel hochgeschoben. Ich bekam ne Woche Supendierung vom Untericht und befreiung von Religionsuntericht, nicht wirklich ne Strafe für mich. Keine der zahlreichen Anzeigen wegen Körperverletzung gegen diesen Pfaffen sind je durchgegangen, Er war halt der "Herr Pfarrer".
dieter_huber 29.03.2012
4. Silentium
Wer als Katholik seine Kinder in die Kirche schickt, macht sich der Unterstützung einer pädophilen Vereinigung schuldig...
pepito_sbazzeguti 29.03.2012
5. Verblöden
Zitat von MaxEs ekelt mich einfach nur an, wie diese Päderasten ohne weiteres davonkommen... Die gehören alle weggesperrt. Aber es wundert einen nichts mehr katholische Christen, sowie Religion allgemein, ist seid Jahrhunderten eine Seuche, die ausgemerzt gehört. Was leistet Religion noch positives in unserer Gesellschaft? Sie verschlingt Unsummen an Geldern und das Resultat ist, dass sie einzig und allein Vorwand ist, Kriege zu führen, Menschen zu töten und Frauen zu unterdrücken.
Was heißt noch? Was hat Religion jemals Positives geleistet? Außer Leute zu verblöden - oder blöde zu halten, je nachdem.
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