Philippinen Krankenschwester klebt schreiendem Baby den Mund zu

Mit Klebestreifen wollte eine Krankenschwester auf den Philippinen ein schreiendes Baby zum Schweigen bringen. Die Eltern des Neugeborenen wehren sich im Internet - und bekommen weltweit Unterstützung.
Screenshot von Facebook-Seite: Vater veröffentlichte Fotos des Neugeborenen

Screenshot von Facebook-Seite: Vater veröffentlichte Fotos des Neugeborenen

Foto: facebook/ Rye Kido

Manila - Weil der sechs Tage alte Junge ständig Hunger hatte und laut schrie, hat eine Krankenschwester auf den Philippinen ihm den Mund zugeklebt. Die entsetzten Eltern veröffentlichten Fotos von ihrem Baby mit den Klebestreifen auf dem Mund und lösten eine Welle der Empörung aus.

"Dies ist Yohannes Noval", schrieb der Vater Ryan Noval zu dem Foto auf Facebook. "Er kann über seine schrecklichen Erlebnisse im Gewahrsam der Kinderschwester nicht berichten - deshalb tun wir es." Das Foto verbreitete sich rasch in den sozialen Netzwerken, versehen mit bissigen Kommentaren.

Das Krankenhaus auf der Insel Cebu reagierte auf die heftigen Reaktionen und kündigte eine Untersuchung des Vorfalls auf der Neugeborenenstation an , wie die Zeitung "Sun Star Cebu" schrieb. Man werde der Beschwerde von Ryan Noval und Jasmine Badocdoc nachgehen, hieß es. Nach Angaben der Verwaltung werden Klebestreifen verwendet, damit den Babys die Schnuller nicht aus dem Mund fallen. Der Junge war wegen einer Infektion im Krankenhaus.

Ein Vertreter des Gesundheitsministeriums bedauerte den Vorfall, sagte aber gleichzeitig, seinem Ministerium liege bisher keine offizielle Beschwerde vor. Schreien sei für ein Baby der einzige Weg sich auszudrücken, sagte er weiter. "Wenn es Probleme hat, durch die Nase zu atmen und man seinen Mund verschließt, kann es ersticken."

brk/AFP/dpa
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