Schüsse am Bahnhof Staatsanwaltschaft Erfurt stellt Ermittlungen gegen Zschäpe ein

Am Silvesterabend 1996 wurde am Erfurter Bahnhof auf ein Brüderpaar geschossen. Die Staatsanwaltschaft prüfte eine Beteiligung Beate Zschäpes an dem Vorfall - fand dafür jedoch keine Anzeichen.

Beate Zschäpe beim Prozess in München: Ermittlungen in Erfurt eingestellt
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Beate Zschäpe beim Prozess in München: Ermittlungen in Erfurt eingestellt


Erfurt - Die Staatsanwaltschaft Erfurt hat ihre Ermittlungen gegen Beate Zschäpe wegen Schüssen am Bahnhof der Stadt eingestellt. Aus Zeugenaussagen hätten sich keine Anhaltspunkte ergeben, dass die mutmaßliche Rechtsterroristin in den Zwischenfall am Silvesterabend 1996 unmittelbar verwickelt gewesen sei, sagte Oberstaatsanwältin Anette Schmitt-ter Hell dem MDR. Die Behörde hatte zuvor wegen eines versuchten gemeinschaftlichen Tötungsdelikts gegen Zschäpe ermittelt.

Bei dem Vorfall vor knapp 17 Jahren sollen zwei Männer aus Hamburg von einer Gruppe offenbar Rechtsextremer attackiert und beschossen worden sein. Später war der Verdacht aufgekommen, Zschäpe und ihre mutmaßlichen Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt könnten an dem Zwischenfall beteiligt gewesen sein.

Schmitt-ter Hell sagte, mehrere Zeugen hätten sich bei den Befragungen an Schüsse erinnern können, darunter auch Beamte der Bundespolizei. Allerdings seien die Schüsse vermutlich aus einer Gruppe von Männern abgegeben worden, so dass ein Verdacht gegen Zschäpe entfalle. Es sei nicht mehr zu klären, ob die Schüsse mit Tötungsabsicht abgegeben worden seien, weil Einschusslöcher oder andere Indizien heute nicht mehr zu finden seien.

Zschäpe und die im November 2011 gestorbenen Mundlos und Böhnhardt sollen 1998 die Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) gegründet haben. Im Münchner NSU-Prozess muss sich Zschäpe seit dem Frühjahr unter anderem wegen Mittäterschaft bei der Mordserie verantworten, die der Terrorzelle zur Last gelegt wird.

wit/AFP

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