Schüsse auf Autotransporter Lkw-Fahrer sitzt in Untersuchungshaft

Ein 57-Jähriger soll mehr als 700-mal auf Autotransporter, andere Fahrzeuge und Gebäude geschossen haben. Der Mann sitzt nun in Untersuchungshaft - er arbeitete selbst als Lkw-Fahrer für eine Spedition.

Einschussloch an Autotür: Festnahme in rätselhaftem Kriminalfall
DPA

Einschussloch an Autotür: Festnahme in rätselhaftem Kriminalfall


Wiesbaden - Im Fall des mutmaßlichen Lkw-Schützen hat das Bundeskriminalamt (BKA) erste Details veröffentlicht. Demnach handelt es sich bei dem Mann um einen 57-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen. Er arbeite als Berufskraftfahrer für eine Spedition. Nach Medienberichten stammt der Mann aus der Eifel-Gemeinde Kall.

Der Tatverdächtige wurde laut BKA am Vormittag beim Amtsgericht Würzburg vorgeführt und in Haft genommen. Er werde weiter vernommen, bestätigte die Würzburger Staatsanwaltschaft. Zudem wurden in dem Fall Schusswaffen sichergestellt, die nun untersucht würden. Ergebnisse liegen noch keine vor.

Am Sonntag hatten Ermittler den Mann in der Eifel festgenommen. Er soll gestanden haben, mehr als 700-mal auf Autotransporter, andere Fahrzeuge und Gebäude geschossen zu haben. In zwei Fällen wurden Menschen verletzt. Besonders betroffen waren von den Anschlägen die A3 von Köln bis Nürnberg, die A4 zwischen Aachen und Köln, die A5 zwischen Karlsruhe und Kirchheim, die A6 von Walldorf bis Nürnberg und die A61 von Walldorf bis Kerpen.

Bei den Schüssen wurde Mitte 2012 Munition des Kalibers 9 Millimeter genutzt. Dadurch sei das Gefährdungspotential deutlich gestiegen, hieß es vom BKA. Im Oktober 2012 war die Fahndung unter Leitung der Ermittlungsbehörde zentralisiert worden. Dutzende Beamte hatten in dem Fall ermittelt. Zuletzt waren 100.000 Euro Belohnung für Informationen ausgesetzt, die zur Ergreifung des Täters führen.

Schon früh hatten die Ermittler auf einen Lkw-Fahrer als möglichen Täter getippt, weil die Höhe der Einschusslöcher auf einen Schützen im Führerhaus eines Lastwagens schließen ließ.

Am Dienstag wollen BKA und Staatsanwaltschaft auf einer Pressekonferenz weitere Informationen zu dem Fall bekanntgeben.

ulz



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