Kriminalprävention So schützen Sie sich vor Einbrechern

Dreißig Prozent mehr in Baden-Württemberg, deutlich mehr Taten bei Tageslicht in Schleswig-Holstein: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist vielerorts in Deutschland gestiegen. Wie kann man sich schützen? Experten der Polizei geben Auskunft.
Von Tanja Mokosch
Eindringling in Wohnung (Symbolbild): Zahl der Einbrüche steigt in manchen Bundesländern rapide

Eindringling in Wohnung (Symbolbild): Zahl der Einbrüche steigt in manchen Bundesländern rapide

Foto: Nicolas Armer/ dpa

Hamburg - In vielen Bundesländern ist die Zahl der Wohnungseinbrüche gestiegen, in Baden-Württemberg sogar um mehr als 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das geht aus Daten der Landeskriminalämter hervor. Die meisten Einbrecher seien Gelegenheitstäter, sagt Harald Schmidt, Kriminaloberrat der polizeilichen Kriminalprävention. "Ein Einbrecher geht irgendwo vorbei, sieht ein Haus, das Fenster ist gekippt, das Licht ist aus und dann wird probiert", sagt Schmidt.

Wie kann man sich gegen Einbrecher schützen? Oft reicht schon die Befolgung einfacher Verhaltensregeln:

  • Halten Sie die Fenster in Abwesenheit geschlossen. "Auch ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster", sagt Schmidt. "Da ist es egal, ob man nur mal für zehn Minuten zum Bäcker geht - weil auch diese zehn Minuten reichen."
  • Ziehen Sie Türen nicht bloß zu, sondern schließen Sie ab. Sonst ließen sich Türen in wenigen Sekunden öffnen, sagt Stefan Meder, Leiter der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle des Landeskriminalamtes Hamburg.
  • Lassen Sie besonders in Mehrfamilienhäusern Vorsicht walten. Auch die Eingangstür unten sollte immer geschlossen sein und nicht für jeden geöffnet werden. "Bevor man auf den Tür-auf-Knopf drückt, sollte man darauf achten, wer da ins Haus will und mal nachfragen, zu wem derjenige überhaupt will", sagt Schmidt.
  • Vermeiden Sie deutliche Signale für Abwesenheit. Einbrecher möchten meist nicht auf Bewohner treffen und halten nach leeren Wohnungen Ausschau. Also machen sie nicht unnötig auf lange Urlaube aufmerksam: nicht auf Facebook, nicht auf dem Anrufbeantworter und auch nicht per Zettel an der Haustür.

Grundsätzlich gilt: Die Wohnung sollte stets einen bewohnten Eindruck machen. Wer im Urlaub ist, sollte Vorkehrungen treffen.

  • Wer für längere Zeit weg ist, kann Nachbarn oder Freunde bitten, den Briefkasten zu leeren und ab und an nach dem Rechten zu sehen.
  • Technische Hilfsmittel suggerieren Anwesenheit. So helfen Meder zufolge zum Beispiel Zeitschaltuhren, die das Licht, die Rollläden oder sogar das Radio steuern.

Nachbarschaftshilfe spielt eine große Rolle

Nachbarschaftshilfe spielt generell eine große Rolle bei der Einbruchsprävention: "Wenn man in der Nachbarschaft etwas Verdächtiges beobachtet, sollte man die Polizei rufen", sagt Meder. Bürgerwehren, die sich in manchen Nachbarschaften bilden, sieht er kritisch: "Das kann schnell gefährlich werden. Ich würde absolut davon abraten, selbstständig einzugreifen."

Mechanische Sicherungen an Türen oder Fenstern helfen, Einbrecher abzuschrecken. Rund ein Drittel aller versuchten Einbrüche würden daran scheitern, so Schmidt. "Braucht ein Einbrecher länger als fünf Minuten, um hinein zu kommen, gibt er auf", sagt Meder. Er empfiehlt die Widerstandsklasse "RC2" für Sicherheitselemente in Türen und Fenstern. Die Klasse gewährleiste, dass es ein normaler Einbrecher nicht schafft, innerhalb von 15 Minuten ins Haus einzudringen. Alarmanlagen und Videoüberwachungen seien nur ergänzend sinnvoll. Laut Meder können Sie Einbrüche nicht verhindern, sondern nur melden und bei der Aufklärung helfen.

Wer sichergehen will, dass er sein Haus oder seine Wohnung bestmöglich vor Einbrechern geschützt hat, kann den Service einer Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Anspruch nehmen . Den gibt es in den meisten Bundesländern, oft sogar kostenlos. Mitarbeiter der Beratungsstelle überprüfen dann Wohnungen und Häuser vor Ort auf ihre Einbruchssicherheit und geben Empfehlungen ab.

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