Missbrauchsskandal in Schweden Theaterregisseur Arnault beteuert weiter seine Unschuld

Die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Jean-Claude Arnault lösten eine Krise in der Schwedischen Akademie aus: Im Oktober wurde der Theaterregisseur zu zwei Jahren Haft verurteilt. Er hofft weiter auf einen Freispruch.

Jean-Claude Arnault (Archivbild)
AFP

Jean-Claude Arnault (Archivbild)


Die Belästigungsvorwürfe gegen Jean-Claude Arnault erschütterten das schwedische Literaturnobelpreisgremium: Wegen eines Falls wurde der 72-Jährige verurteilt. Nun hat in Stockholm der Berufungsprozess begonnen, in dem Arnault die Aufhebung seiner Verurteilung zu zwei Jahren Haft fordert.

Der Theaterregisseur war in erster Instanz im Oktober wegen Vergewaltigung verurteilt worden und sitzt seitdem im Gefängnis. Arnault beteuert, der Sex sei einvernehmlich gewesen. "Jean-Claude Arnault erklärt sich für unschuldig und hofft daher auf seinen Freispruch", sagte Verteidiger Björn Hurtig zum Prozessauftakt.

Der Franzose ist mit der Dichterin Katarina Frostenson verheiratet, einem langjährigen Mitglied der Schwedischen Akademie, welche den Nobelpreis für Literatur vergibt. Weil wegen des Skandals einige Akademie-Mitglieder ihre Mitarbeit aufkündigten, war dieses Jahr die Vergabe der renommierten Auszeichnung ausgefallen. Nächstes Jahr will die Akademie den Literatur-Nobelpreis zum Ausgleich zweimal vergeben.

Vor rund einem Jahr hatten in einem Bericht der Zeitung "Dagens Nyheter" 18 Frauen angegeben, von Arnault sexuell belästigt worden zu sein. Zur Anklage kam schließlich der Fall der zweifachen Vergewaltigung einer Frau - im Oktober verurteilte das Gericht Arnault wegen einer Vergewaltigung im Oktober 2011 zu zwei Jahren Gefängnis. Den Vorwurf, dass der Franzose die Frau im Dezember 2011 erneut vergewaltigt habe, sah das Gericht jedoch nicht als erwiesen an.

Die Staatsanwaltschaft und die Anwältin der Klägerin hoffen, dass der 72-Jährige in zweiter Instanz zu einer höheren Strafe verurteilt wird. "Ich denke, die Beweise reichen aus, um ihn für beide Vergewaltigungen zu verurteilen", sagte die Staatsanwältin Christina Voigt der Zeitung "Expressen".

sen/dpa/AFP



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