Schweden Ex-Polizeichef steht wegen Sexualdelikten vor Gericht

Zuhälterei, Vergewaltigung und versuchter sexueller Missbrauch von Minderjährigen: In einem aufsehenerregenden Prozess muss sich einer der ehemals ranghöchsten Polizisten Schwedens vor Gericht verantworten. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Stockholm - Der frühere Polizeichef von Uppsala und Leiter der schwedischen Polizeihochschule, Göran Lindberg, wurde im Januar verhaftet. Dem seit 2006 pensionierten 64-Jährigen werden insgesamt 23 Sexualdelikte zur Last gelegt. Nach Angaben der schwedischen Nachrichtenagentur TT drohen ihm bei einer Verurteilung vor dem Stockholmer Gericht mindestens zehn Jahre Haft.

Lindbergs Fall sorgt schon seit Wochen für Schlagzeilen in den schwedischen Zeitungen. Bis zu seiner Verhaftung galt er als Vorzeigebeamter, der sich stets für die Gleichberechtigung im Polizeidienst eingesetzt hatte. Erst jetzt kam heraus, dass er sich neben seinem mustergültigen offiziellen Leben eine zweite Existenz in der Unterwelt aufgebaut hatte, wie ein Vertreter der Staatsanwaltschaft sagte.

Unter anderem soll er eine 17-Jährige und drei weitere Frauen brutal missbraucht sowie versucht haben, mit einer 14-Jährigen Sex zu haben. Gleichzeitig soll er bezahlten Sex gehabt und Frauen an zahlende Kunden vermittelt haben - in Schweden aber ist Prostitution verboten.

In ersten Anhörungen hatte Lindberg gestanden, für Sex bezahlt zu haben. Die anderen Vorwürfe weist er jedoch strikt zurück. Wie ein Gerichtssprecher sagte, wird der Prozess zum Teil hinter verschlossenen Türen geführt.

jdl/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.