SPIEGEL ONLINE

Kathedrale in Schweden Kronjuwelen-Klau zur Mittagszeit

Sie kamen am helllichten Tag und verschwanden mit dem Motorboot: In Schweden haben Unbekannte 400 Jahre alte Kronjuwelen gestohlen. Die Polizei hat keine Spur - aber einen Verdacht zum Hintergrund der Tat.

Die schwedische Polizei sucht nach Dieben, die Kronjuwelen gestohlen haben. Sie entwendeten laut den Ermittlern zwei Kronen und einen Reichsapfel aus dem Dom zu Strängnäs westlich von Stockholm. Die Juwelen stammen demnach aus dem frühen 17. Jahrhundert.

Die Unbekannten schlugen dem "Aftonbladet" zufolge am Dienstag in der Mittagszeit zu, als die Kathedrale für Besucher geöffnet war. Die Zeitung zitierte einen Zeugen: Er habe zwei Männer gesehen, die zu einem Boot gerannt und davongefahren seien.

Die Polizei fahndet mit einem Großaufgebot nach den Dieben, laut der Lokalzeitung "Eskilstuna Kuriren" setzten die Ermittler auch einen Hubschrauber ein. Ein Polizeisprecher sagte "Aftonbladet", die Juwelen seien in alarmgesicherten Glasvitrinen aufbewahrt worden.

Fotostrecke

Schweden: Der Diebstahl von Strängnäs

Foto: Polisen

Eine Repräsentantin der Kirche sprach demnach von einem "enormem kulturellen und ökonomischen Verlust". Die Juwelen gehörten König Karl IX. und seiner zweiten Frau, Christine von Holstein-Gottorp. Die sechs Stücke seien anlässlich der Beerdigung des Königs im Jahr 1611 überreicht worden, drei davon seien gestohlen worden.

Ein Polizeisprecher sagte, der Wert des Diebesguts sei schwer zu beziffern, es handle sich um "einzigartige Objekte". Für die Diebe werde es schwer, ihre Beute zu verkaufen. Eine Theorie der Polizei ist daher laut "Aftonbladet", dass es sich um eine Auftragstat Krimineller handele, die bereits einen Käufer hätten.

jpz/AP
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.