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Angst in Malmö: Schüsse aus der Dunkelheit

Foto: Stig Ake Joensson/ dpa

Schweden Polizei fasst mutmaßlichen Heckenschützen von Malmö

Er schoss auf Menschen in Autos, in Wohnungen, auf der Straße - die meisten seiner Opfer hatten dunkle Hautfarbe. Jetzt glaubt die schwedische Polizei, dem Heckenschützen von Malmö auf die Spur gekommen zu sein: Sie hat einen 38-Jährigen wegen Mordes und Mordversuchs festgenommen.

Stockholm - Ein Serientäter hat die schwedische Stadt Malmö in den vergangenen Monaten in Angst versetzt - er lauerte Einwanderern auf und schoss auf sie. Nun hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen.

Die Polizei fasste den 38-jährigen Schweden schon am Samstagabend. Gegen ihn wird wegen Mordes und siebenfachen versuchten Mordes ermittelt.

Der Mann sei nach Hinweisen aus der Bevölkerung festgenommen worden, sagte Polizeisprecher Börje Sjöholm. Die Polizei habe den Mann telefonisch aufgefordert, aus seiner Wohnung zu kommen. Er habe keinen Widerstand geleistet. Der Verdächtige habe eine Waffenlizenz und sei nicht vorbestraft. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung seien zwei Waffen sichergestellt worden.

Beim ersten Verhör wies der Festgenommene alle Vorwürfe zurück. "Dieser Fall ist längst nicht gelöst. Aber Malmös Bürger können die jüngsten Fortschritte unserer Fahndung als positiv werten", sagte Sjöholm.

Heckenschütze ermordete 20-Jährige

Die Polizei hatte mit Hochdruck nach dem Täter gefahndet und auch in rechtsextremen Kreisen ermittelt. Mehr als 15 Menschen meist dunkler Hautfarbe wurden Opfer der Anschlagsserie, viele von ihnen wurden schwer verletzt. Eine 20-Jährige starb, als sie zusammen mit ihrem Begleiter in ihrem Auto beschossen wurde. Der Schütze hatte fast immer in abendlicher Dunkelheit aus einem Hinterhalt gefeuert. Zuletzt schlug er im Oktober zu. Er schoss durch ein Küchenfenster in eine Wohnung, traf eine Frau in den Rücken und eine andere in die Hand.

Schweden

Die Anschlagsserie weckt böse Erinnerungen an den als "Lasermann" bekanntgewordenen Heckenschützen Jan Ausonius, der 1991 und 1992 in Stockholm sowie Uppsala mit seinem Gewehr Jagd auf Ausländer gemacht hatte. Sie waren ihm "verhasst", er wollte, dass sie aus verschwinden, sagte er später. Eins der Opfer starb, zehn wurden zum Teil schwer verletzt. Gefasst wurde der Mann nach einem Bankraub - und später wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Zehn Jahre später tötete in der US-Hauptstadt Washington ein Heckenschütze mit einem jugendlichen Helfer bei 13 Anschlägen zehn Menschen. John Allen Muhammad wurde gefasst, zum Tode verurteilt und 2009 hingerichtet.

kgp/dpa/AFP

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