Missbrauchsskandal in Schweden Theaterregisseur Arnault zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt

Ein schwedisches Berufungsgericht hat den prominenten Theaterregisseur Jean-Claude Arnault ebenfalls verurteilt. Es sprach ihn wegen einer zweiten Vergewaltigung schuldig - und erhöhte die Freiheitsstrafe.
Jean-Claude Arnault (Archiv)

Jean-Claude Arnault (Archiv)

Foto: JONATHAN NACKSTRAND/ AFP

Vor rund einem Jahr hatten 18 Frauen in der Zeitung "Dagens Nyheter" Jean-Claude Arnault sexuelle Belästigung vorgeworfen . Im Oktober wurde der prominente Theaterregisseur wegen Vergewaltigung verurteilt und sitzt seitdem im Gefängnis. Nun hat das Berufungsgericht in Stockholm die Strafe gegen den 72-jährigen Franzosen verschärft.

Das Gericht stellte dem Sender SVT  zufolge fest, dass Arnault vor sieben Jahren eine Frau nicht nur einmal, sondern zweimal vergewaltigt habe: "Es besteht kein Zweifel, dass der Angeklagte wegen Vergewaltigung schuldig ist", sagte demnach Richter Lars Dirke. Statt zwei muss Arnault dem Schuldspruch zufolge nun insgesamt zweieinhalb Jahre Haft absitzen.

Die Vorwürfe gegen Jean-Claude Arnault, der mit der Dichterin Katarina Frostenson verheiratet ist, hatten das schwedische Literaturnobelpreisgremium erschüttert. Frostenson war lange Mitglied der Schwedischen Akademie, die den Nobelpreis für Literatur vergibt. Weil wegen des Skandals einige Akademie-Mitglieder ihre Mitarbeit aufkündigten, war die Vergabe der Auszeichnung 2018 ausgefallen. 2019 will die Akademie den Literatur-Nobelpreis zum Ausgleich zweimal vergeben.

Die Vergewaltigungen, wegen denen er nun verurteilt wurde, bestreitet Arnault - der Sex sei einvernehmlich gewesen. In dem Berufungsprozess hatte er auf Freispruch gehofft. Sein Verteidiger Björn Hurtig sagte zu Beginn der Berufungsverhandlung: "Jean-Claude Arnault erklärt sich für unschuldig." Nach der Verhandlung kündigte Hurtig laut SVT an, auch gegen diese Verurteilung Rechtsmittel einlegen zu wollen. "Mein Mandant ist verstört."

apr/AP