Schweiz "Pink Panther"-Räuber gelingt Flucht aus Gefängnis

Dank einer filmreifen Befreiungsaktion sind im Schweizer Kanton Waadt zwei Häftlinge aus einem Gefängnis ausgebrochen. Einer der Männer gehört zur berüchtigten Juwelenräuber-Bande "Pink Panther".

Gefängnis in Orbe: Zwei Insassen ist die Flucht aus der Schweizer Haftanstalt gelungen
REUTERS

Gefängnis in Orbe: Zwei Insassen ist die Flucht aus der Schweizer Haftanstalt gelungen


Lausanne - Der Ausbruch glückte mit Hilfe von Leitern und zwei Komplizen: Ein Mitglied der Juwelenräuber-Bande "Pink Panther" ist gemeinsam mit einem weiteren Insassen aus der Haftanstalt in Orbe im Schweizer Kanton Waadt geflohen.

Zwei Komplizen hätten am Donnerstagabend mit zwei Fahrzeugen ein Eingangstor der Gefängnismauer durchbrochen und den Häftlingen mit Leitern die Flucht über den Sicherheitszaun ermöglicht, teilte die Polizei mit. Die Fluchthelfer feuerten demnach mit Maschinengewehren des Typs AK 47 auf das Sicherheitspersonal und hielten es so in Schach. Verletzt wurde niemand. Anschließend seien alle vier Männer in einem der Fahrzeuge getürmt. Das zweite Fahrzeug zündeten sie laut "Tages-Anzeiger" an.

Ein derartig brutaler Ausbruch sei in der Schweiz noch nie vorgekommen, sagte Béatrice Métraux, Mitglied der Kantonsregierung. "Es handelt sich eher um einen Einmarsch als um einen Ausbruch." Das Gefängnispersonal sei schockiert und müsse psychologisch betreut werden. Physisch verletzt wurde während der spektakulären Aktion niemand. Von den Flüchtigen und ihren Komplizen fehle bislang jede Spur, sagte ein Polizeisprecher.

Bereits im Mai Ausbruch von "Pink Panther"-Mitglied

Bei den Ausbrechern soll es sich um einen 52-jährigen Schweizer und einen 34-jährigen Bosnier handeln. Der Bosnier ist laut Polizei Mitglied der berüchtigten "Pink Panther"-Bande. Er war wegen eines Raubüberfalls auf einen Juwelier zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und acht Monaten verurteilt worden.

Die Polizei habe eine Fahndung mit bis zu 50 beteiligten Beamten eingeleitet, sagte der Polizeisprecher der Schweizer Nachrichtenagentur sda. Bereits im Mai hatte es in der Schweiz einen spektakulären Gefängnisausbruch gegeben. Damals flohen fünf Insassen aus einer Haftanstalt nahe Lausanne. Einer der Ausbrecher gehörte ebenfalls zur "Pink Panther"-Bande.

Die "Pink Panther" werden für mehr als hundert Einbrüche und Raubüberfälle auf Schmuckgeschäfte in Europa verantwortlich gemacht. Dabei sollen die vor allem vom Balkan stammenden Ganoven im Laufe mehrerer Jahre Schmuck und Luxusuhren im Wert von mehr als hundert Millionen Euro erbeutet haben.

Im Januar waren in Genf zwei "Pink Panther"-Mitglieder zu vier und fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Männer im Frühjahr 2012 an einem Raubüberfall auf ein Schmuckgeschäft in Luzern beteiligt waren. Damals wurden Dutzende Uhren mit einem geschätzten Wert von bis zu einer Million Euro erbeutet.

wit/AP/dpa



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