Schwere Vorwürfe Missbrauchsverdacht in Wiener Kinderheim

Im Wiener Kinderheim Schloss Wilhelminenberg sollen junge Mädchen jahrelang von Erziehern missbraucht worden sein. Obwohl die Fälle schon lange zurückliegen, wagen sich die Opfer erst jetzt an die Öffentlichkeit. Die Scham und die Schmerzen seien zu groß gewesen.

Schloss Wilhelminenberg am Rande von Wien: Das Kinderheim wurde längst geschlossen
DPA

Schloss Wilhelminenberg am Rande von Wien: Das Kinderheim wurde längst geschlossen


Wien -Ein neuer Fall systematischen sexuellen Missbrauchs erschüttert Österreich. Im Wiener Kinderheim Schloss Wilhelminenberg sollen in den Siebziger Jahren Mädchen von Erziehern und fremden Männern vergewaltigt worden sein. Das berichten die mutmaßlichen Opfer. Sie werfen zudem den Schwestern des Heims vor, sie körperlich und seelisch misshandelt zu haben.

In einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der österreichischen Zeitung "Kurier" sagten zwei mittlerweile 47 und 49 Jahre alte Schwestern, die damals in dem städtischen Heim untergebracht waren, der Missbrauch habe begonnen, als sie sechs und acht Jahre alt gewesen seien.

Die beiden Schwestern waren demnach keine Einzelfälle: Alleine in ihrem Schlafsaal seien mehr als 20 Mädchen betroffen gewesen. Über den Missbrauch sei nie geredet worden, weil die Scham so groß und die Schmerzen unerträglich gewesen seien, sagte eine der Schwestern der Zeitung.

Im vergangenen Jahr hatten städtische Behörden eine Untersuchung eingeleitet. Nach Angaben des "Kuriers" zahlte die Stadt 139 ehemaligen Bewohnern des 1977 geschlossenen Heims eine Entschädigung. Doch damit wollen sich die Opfer nicht abspeisen lassen. Laut der Zeitung bezeichnet der Anwalt Johannes Oehlboek, der die Frauen vertritt, die erhaltene Entschädigung als zu gering.

stk/dpad

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Student5 16.10.2011
1. Ach übrigens, ich auch
Zitat von sysopIm Wiener*Kinderheim Schloss Wilhelminenberg sollen junge Mädchen jahrelang von Erziehern missbraucht worden sein. Obwohl die Fälle schon lange zurückliegen, wagen sich die Opfer erst jetzt an die Öffentlichkeit. Die Scham und die Schmerzen seien zu groß gewesen. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,792111,00.html
Es gibt Entschädigung? Oha! Ich war auch jahrelang in einem Internat. Da bin ich auch...Von meinen Erziehern sind die meisten allerdings tot. Die werden mir also nicht widersprechen. Wieso ich jetzt erst davon rede? Naja, die Scham. Aber jetzt, wo alle darüber reden und wo Entschädigung winkt...
erlenstein 16.10.2011
2. kontrapunktiv
Zitat von Student5Es gibt Entschädigung? Oha! Ich war auch jahrelang in einem Internat. Da bin ich auch...Von meinen Erziehern sind die meisten allerdings tot. Die werden mir also nicht widersprechen. Wieso ich jetzt erst davon rede? Naja, die Scham. Aber jetzt, wo alle darüber reden und wo Entschädigung winkt...
Wenn eine in Aussicht gestellte Entschädigung die Opfer dazu bringt, von ihren Erlebnissen zu sprechen, ist das nur gut und trägt zur Aufklärung bei. Den Betroffenen jetzt pauschal zu unterstellen, nur deswegen sich zu offenbaren und vielleicht auch zu lügen,ist kontrapunktiv.
Rainer Helmbrecht 17.10.2011
3. .
Zitat von Student5Es gibt Entschädigung? Oha! Ich war auch jahrelang in einem Internat. Da bin ich auch...Von meinen Erziehern sind die meisten allerdings tot. Die werden mir also nicht widersprechen. Wieso ich jetzt erst davon rede? Naja, die Scham. Aber jetzt, wo alle darüber reden und wo Entschädigung winkt...
Vielleicht können Sie bei der Gelegenheit auch gleich noch erklären, warum geschlagene und vergewaltigte Ehefrauen zu ihren Männern zurück gehen. Sie scheinen da vielleicht, nicht nur mit hämischen Reden, etwas erklären zu können. MfG. Rainer
Bernhard Fischer 17.10.2011
4. wien
Zitat von sysopIm Wiener*Kinderheim Schloss Wilhelminenberg sollen junge Mädchen jahrelang von Erziehern missbraucht worden sein. Obwohl die Fälle schon lange zurückliegen, wagen sich die Opfer erst jetzt an die Öffentlichkeit. Die Scham und die Schmerzen seien zu groß gewesen. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,792111,00.html
Der Rechtsanwalt heißt übrigens Johannes Öhlböck . Und zur Geldangelegenheit berichtet der Kurier (http://kurier.at/nachrichten/wien/4306649.php):"Bereits Ende August forderte Öhlböck die Stadt Wien auf, Schadenersatz nach dem Amtshaftungsgesetz zu leisten und die Übernahme sämtlicher Therapiekosten für seine Mandantinnen zu garantieren. "Bisher wurde ein geringer Betrag anerkannt, der dem Leid der Opfer nicht im Ansatz gerecht wird. Ihre Anträge auf Verfahrenshilfe wurden abgewiesen", sagt Öhlböck." Klingt doch schon anders als der Satz "Doch damit wollen sich die Opfer nicht abspeisen lassen. Laut der Zeitung bezeichnet der Anwalt Johannes Oehlboek, der die Frauen vertritt, die erhaltene Entschädigung als zu gering." Und es verblüfft mich, in den insgesamt 7 Artikeln des Kuriers nicht einmal den Ausdruck "mutmaßliche Opfer" gelesen zu haben – und auch nicht in irgendeinem anderen deutschsprachigen Artikel. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft im Auftrag der Stadt Wien hat im Jahr 2010 begonnen, die Missbrauchsfälle in Kinderheimen systematisch aufzuarbeiten. 343 Opfer haben sich schon gemeldet. "In hundert Prozent der Fälle kam es zu psychischen und physischen Übergriffen, manchmal unfassbar brutal, manchmal auch nur deutlich über der Grenze der damals herrschenden pädagogischen Ansicht", heißt es in einem Zwischenbericht der Wiener Kinder- und Jugendanwaltschaft. "In 40 Prozent der Fälle, die vom Gremium bearbeitet wurden, kam es zu teilweise schweren sexuellen Übergriffen." Die Stadt Wien hat den Opferfonds auf 5,8 Millionen Euro aufgestockt. 139 ehemalige Heimkinder haben bereits Zahlungen erhalten.
Bernhard Fischer 17.10.2011
5. na
Zitat von Student5Es gibt Entschädigung? Oha! Ich war auch jahrelang in einem Internat. Da bin ich auch...Von meinen Erziehern sind die meisten allerdings tot. Die werden mir also nicht widersprechen. Wieso ich jetzt erst davon rede? Naja, die Scham. Aber jetzt, wo alle darüber reden und wo Entschädigung winkt...
Ohne Ihnen nahe treten zu wollen:Vielleicht informieren Sie sich über das Geschehen in diesem so nett aussehendem Kinderheim für SonderschülerInnen http://kurier.at/nachrichten/wien/4306648.php und revidieren dann Ihre anmaßenden Anspielungen.
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