"Prepper"-Prozess in Schwerin SEK-Mann zu Bewährungsstrafe verurteilt

Marko G. hortete Zehntausende Schuss Munition. Nun ist der ehemalige Elitepolizist mit Verbindungen zur "Prepper"-Gruppe "Nordkreuz" zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.
Angeklagter mit Anwälten Kain (l.) und Knye (Archiv)

Angeklagter mit Anwälten Kain (l.) und Knye (Archiv)

Foto: Bernd Wüstneck/ DPA

Das Landgericht Schwerin hat einen ehemaligen Elitepolizisten aus Mecklenburg-Vorpommern wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz schuldig gesprochen. Marco G. wurde zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Bei Durchsuchungen waren bei ihm eine Uzi-Maschinenpistole mit Schalldämpfer sowie 1500 Schuss Munition gefunden worden. Weitere gefundene Waffen und Munition habe der 49-Jährige legal besessen, sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung.

Insgesamt lagerten in Haus und Laube Zehntausende Schuss Munition, darunter Behördenmunition, und knapp zehn Waffen. Etliches war dem Gericht zufolge unsachgemäß gelagert. Das Urteil erging wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz in Tateinheit mit Verstoß gegen das Waffengesetz und das Sprengstoffgesetz.

Der Polizist war mehrere Jahre Mitglied des Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Landespolizei gewesen. Er gehörte zur "Prepper"-Gruppe "Nordkreuz", die sich auf den Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung vorbereitete. So sammelten die Mitglieder 7500 Euro für den Kauf von legaler Munition. In Chats unter einzelnen Mitgliedern wurde rechtsradikales Gedankengut ausgetauscht, wie der Richter sagte. Jedoch sei dies für den Prozess unerheblich gewesen. Die Gruppe habe nicht auf den "Tag X" hingearbeitet .

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten für Marco G. gefordert. Die Verteidigung plädierte für eine Freiheitsstrafe "deutlich unter zwei Jahren", ausgesetzt zur Bewährung.

wit/dpa