Verurteilte Rapperin Schwesta Ewa geht in Revision

Schwesta Ewa muss wegen Köperverletzung und Steuerhinterziehung zweieinhalb Jahre in Haft, entschied das Landgericht Frankfurt. Die Rapperin will das Urteil nicht hinnehmen - genauso wenig wie die Staatsanwaltschaft.
Schwesta Ewa im Landgericht Frankfurt am Main (Archiv)

Schwesta Ewa im Landgericht Frankfurt am Main (Archiv)

Foto: Arne Dedert/ dpa

Zweieinhalb Jahre Haft für Schwesta Ewa: Mit dieser Entscheidung des Landgerichts Frankfurt am Main wollen sich weder die Rapperin noch die Staatsanwaltschaft zufriedengeben. Beide haben Revision eingelegt und ziehen vor den Bundesgerichtshof. Das sagte ein Sprecher des Landgerichts.

Die 32-Jährige war in der vergangenen Woche unter anderem wegen 35-facher Körperverletzung, Steuerhinterziehung und sexueller Verführung Minderjähriger zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Vom Vorwurf der Zuhälterei und des Menschenhandels wurde Schwesta Ewa freigesprochen. Zeuginnen hatten sie im Prozess in Schutz genommen.

Während die Staatsanwaltschaft auch im Plädoyer auf diesen beiden Vorwürfen beharrte und eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten forderte, wollte die Verteidigung auf eine Bewährungsstrafe von maximal zwei Jahren hinaus.

Schwesta Ewa hatte die Steuerhinterziehung im Umfang von rund 60.000 Euro sowie zahlreiche Schläge gegen vier Prostituierte eingeräumt, die Rotlichtvorwürfe jedoch energisch bestritten. Das Gericht setzte den Haftbefehl gegen Schwesta Ewa aus, sie kam damit nach knapp acht Monaten Untersuchungshaft frei.

Schwesta Ewa wurde als Ewa Müller 1984 in Polen geboren und zog als Dreijährige mit ihrer Mutter nach Kiel. Über einen Job als Kellnerin kam sie schon als Jugendliche in Kontakt mit dem Rotlichtmilieu, auf dem Bonner Straßenstrich wurde sie mit Anfang 20 crackabhängig. Sie selbst beschreibt ihre Jugend als Martyrium, geprägt von Gewalt.

ulz/dpa
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