Prozess gegen Rapperin Zeuginnen nehmen Schwesta Ewa in Schutz

Rapperin Schwesta Ewa soll Teenager zur Prostitution gezwungen haben. Vor dem Frankfurter Landgericht haben die Betroffenen das nun bestritten. Der Sex sei freiwillig gewesen.
Schwesta Ewa vor Gericht (Archiv)

Schwesta Ewa vor Gericht (Archiv)

Foto: Arne Dedert/ dpa

Im Prozess gegen die Rapperin Schwesta Ewa haben Zeuginnen vor dem Landgericht Frankfurt bestritten, von der Angeklagten zur Prostitution gezwungen worden zu sein.

Eine 18-Jährige aus Bayern gab an, sie habe Schwesta Ewa von sich aus darum gebeten, ihr eine Unterweisung im Rotlichtmilieu zu geben. Den Kontakt habe sie über Facebook gesucht. "Ich hab freiwillig Sex gemacht", sagte die 18-Jährige.

Eine weitere Zeugin brach ihre Vernehmung nach 45 Minuten ab. Die 21-Jährige wollte ihre "Freundin nicht verraten" und kassierte dafür vom Gericht ein Ordnungsgeld von 300 Euro.

Alle Zeuginnen zwischen 18 und 21 Jahren gaben jedoch an, dass Schwesta Ewa auch bei Kleinigkeiten sehr impulsiv mit Ohrfeigen und Tritten reagiert habe.

Die Rapperin ist wegen des Verdachts auf Zuhälterei, Menschenhandel, Körperverletzung und Steuerhinterziehung angeklagt. Ihr wird vorgeworfen, von November 2015 bis September 2016 teilweise minderjährige Frauen im gesamten Bundesgebiet zur Prostitution gezwungen zu haben.

Beim Prozessauftakt vergangene Woche hatte die Angeklagte eingeräumt, die jungen Frauen geschlagen zu haben. Der Prostitution seien sie jedoch freiwillig nachgegangen.

Schwesta Ewa wurde als Ewa Müller 1984 in Polen geboren und zog als Dreijährige mit ihrer Mutter nach Kiel. Über einen Job als Kellnerin kam sie schon als Jugendliche in Kontakt mit dem Rotlichtmilieu, auf dem Bonner Straßenstrich wurde sie mit Anfang 20 crackabhängig. Sie selbst beschreibt ihre Jugend als Martyrium, geprägt von Gewalt.

asz/ dpa