Nach Änderung der Schwimmbadordnung Gericht kippt Erlaubnis von Burkinis in Grenoble

Der Stadtrat hatte sich noch für eine Änderung der Schwimmbadordnung ausgesprochen, inklusive Erlaubnis von Burkinis. Keine zwei Wochen später ist die Regelung wieder gekippt – nach persönlichem Einschalten des Innenministers.
Ein Verwaltungsgericht hat die Erlaubnis von Burkinis in der französischen Stadt Grenoble gekippt (Symbolbild)

Ein Verwaltungsgericht hat die Erlaubnis von Burkinis in der französischen Stadt Grenoble gekippt (Symbolbild)

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Rolf Haid / dpa

Nur zehn Tage hatte die Regelung Bestand: Ein Verwaltungsgericht hat die Erlaubnis von muslimischen Ganzkörperbadeanzügen in der französischen Stadt Grenoble auf Betreiben der Regierung gekippt. Innenminister Gérald Darmanin sprach von »ausgezeichneten Neuigkeiten«. Nach der von ihm veranlassten Klage sei der Beschluss der Stadtverwaltung von Grenoble ausgesetzt worden, sogenannte Burkinis in den städtischen Schwimmbädern zu erlauben. Darmanin hatte den örtlichen Präfekten angewiesen, gegen die umstrittene Neuregelung zu klagen.

Der Stadtrat in Grenoble hatte vor zehn Tagen nach kontroverser Debatte mit knapper Mehrheit für eine Änderung der Schwimmbadordnung gestimmt. Damit sollten in den öffentlichen Bädern der Stadt künftig auch Burkinis sowie das Schwimmen mit nackter Brust für alle erlaubt sein. Zuvor hatte es in Frankreich heftige Diskussionen über das Thema gegeben.

Frankreich versteht sich als laizistisches Land, in dem eine strikte Trennung von Staat und Religion herrscht. Der Umgang mit religiösen Symbolen in der Öffentlichkeit sorgt immer wieder für Kontroversen, vor allem im Zusammenhang mit dem Islam.

tfb/dpa
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