Sea-Shepherd-Gründer Haftbefehl gegen Tierschützer Watson wieder in Kraft

Das Oberlandesgericht in Frankfurt am Main hat den Auslieferungshaftbefehl gegen Paul Watson wieder in Kraft gesetzt, der militante Wal- und Haischützer hatte gegen seine Meldeauflagen verstoßen. Nun könnte ihm die Auslieferung nach Costa Rica drohen.

AP

Frankfurt/Main - Er hat seine Meldeauflagen verletzt, nun hat das Oberlandesgericht (OLG) in Frankfurt am Main reagiert: Weil der militante Tierschützer Paul Watson Deutschland unerlaubt verlassen hat, setzte das Gericht den Auslieferungshaftbefehl gegen ihn wieder in Kraft. Mit seiner Flucht habe der Gründer der Umweltorganisation Sea Shepherd gezeigt, "dass das in ihn gesetzte Vertrauen nicht gerechtfertigt war", teilte das OLG mit. Watsons Bevollmächtigter habe mitgeteilt, dass sein Mandant Deutschland mit unbestimmtem Ziel verlassen habe.

Der 61-Jährige wurde Mitte Mai am Frankfurter Flughafen wegen eines internationalen Haftbefehls festgenommen. Gegen eine Kaution von 250.000 Euro und der Auflage, Deutschland nicht zu verlassen, kam er wenige Tage später wieder auf freien Fuß.

Nun könnte Watson nach Costa Rica ausgeliefert werden. Das lateinamerikanische Land wirft ihm einen gefährlichen Eingriff in den Schiffsverkehr vor. Hintergrund ist ein Vorfall aus dem Jahr 2002: Dabei soll Watson, der die kanadische und die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, die Crew eines Schiffes aus Costa Rica bedroht und mit einer Wasserkanone angegriffen haben. Sea Shepherd hat diesen Vorwurf zurückgewiesen.

aar/AFP/dapd/dpa



insgesamt 17 Beiträge
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FloatingTom 25.07.2012
1. gibt es diesmal keinen
Herr Watson hängt nach meiner Meinung etwas zu sehr dem Bild des "edlen Freibeuters" an. Aber ihn auf Krampf zu kriminalisieren und im Gegenzug die Unverfrorenheit der Fischereiindustrie gewisser Staaten zu akzeptieren, führt einfach zu weit. Ich bedaure sehr, dass sich der dt. Amtsschimmel einmal mehr vor den Karren jener spannen lässt, die sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichern.
eduardo_l 25.07.2012
2. Meldeauflagen und Auslieferung
Was hat das eine denn mit dem anderen zu tun? Er hat gegen die Meldeauflagen verstoßen und nun sind die 250.000 Euro futsch, aber warum soll er deswegen nun nach Costa Rica ausgeliefert werden? Die Auslieferung nach Costa Rica hängt doch von den Argumenten der Behörden dort ab und nicht, ob er sich jetzt abgesetzt hat.
bbphk 25.07.2012
3. Er hat immerhin bloß mit Wasser gespritzt
Was hat denn Deutschland mit der Fischerei-Lobby Costa Ricas zu tun?
duk2500 25.07.2012
4. Rechtsstaat
Auch wenn das manchen Gutmenschen und NGO nicht immer leichtfällt, Gesetze von Rechtsstaaten zu denen übrigens auch sehr wohl Costa Rica gehört sind zu akzeptieren. Auch wenn man für sich den Besitz absoluter Moral und Wahrheit beansprucht. Sonst muß man eben die Konsequenzen ertragen lernen, in diesem Fall Gefängnis. Unsere modernen Gesellschaften lassen sich viel zu stark von diesen rechthaberischen Gutmenschen terrorisieren.
fxe1200 25.07.2012
5. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen....
Herr Watson wird beschuldigt, Fischer bedroht zu haben, die illegal in den Gewaessern "sharkfinning" betrieben haben, das in Costa Rica streng verboten ist. In CR werden weiter Haie auf diese Weise verstuemmelt und noch auf hoher See an die Chinesen verkauft. CR kann sich kaum Meeresranger leisten, also gehen die Schlaechter straffrei aus, aber Herrn Watson, der soviel fuer unsere Meere tut, dem wird von den deutschen Justizbehoerden ans Bein gepinkelt und aufgrund eines 10 Jahre alten Haftbefehls aus Costa Rica festgesetzt. Hat die deutsche Justiz den den nichts Besseres zu tun?
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