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SPD Chef der Kripo-Gewerkschaft will in den Bundestag

Seit 2018 führt Sebastian Fiedler die Kripo-Gewerkschaft BDK. Jetzt zieht es ihn in die Politik. Er will der SPD bei der inneren Sicherheit mehr Profil geben.
aus DER SPIEGEL 47/2020
Sebastian Fiedler, Chef der Kripogewerkschaft BDK

Sebastian Fiedler, Chef der Kripogewerkschaft BDK

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Sebastian Fiedler, strebt einen Wechsel in die Politik an. Der 47-Jährige sagte dem SPIEGEL, er wolle bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr für die SPD im Wahlkreis Mülheim/Essen I antreten. "Die Entscheidung ist in mir in den letzten Wochen gereift", sagte Fiedler.

Die beiden Unterbezirksvorsitzenden würden sein Vorhaben unterstützen. Ende Januar werde er sich zunächst parteiintern zur Wahl stellen. Fiedler ist nach eigenen Angaben seit 2012 Mitglied der Partei. "Ich will, dass die SPD mit dem Bereich innere Sicherheit wieder Wahlen gewinnen kann", sagte er. "Es geht mir um eine Kriminalpolitik, die sozial gerecht und vorausschauend ist und die gesamte Gesellschaft im Blick hat."

"Luft nach oben"

Fiedler sagte, er wolle mit "exakt den Positionen, die ich seit Jahren im BDK vertrete" dazu beitragen, dass die SPD "einen neuen Markenkern im Bereich innere Sicherheit" bekomme. "Im Moment gibt es da Luft nach oben." Er trete dafür ein, dass die Partei nach der Wahl an die Regierung komme und den Innenminister stelle.

Fiedler forderte, der Staat müsse auch da durchgreifen, wo dies schwierig sei, wie etwa in den Bereichen organisierte Kriminalität oder Geldwäsche. Er kritisierte, dass es mitunter große Dunkelfelder gebe, für die sich niemand interessiere, etwa in der Umweltkriminalität. Er sprach sich dafür aus, Konsumenten aller Arten von Drogen nicht mehr strafrechtlich zu verfolgen.

DER SPIEGEL 47/2020

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Fiedler sagte, er werde sein BDK-Amt aufgeben, wenn ihm der Einzug in den Bundestag gelinge. Er führt die Gewerkschaft seit 2018.

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