Seilbahnunglück von Kaprun Wo war Witti?

Star-Anwalt Michael Witti, bekannt durch seinen erfolgreichen Kampf für NS-Zwangsarbeiter, gibt seinen Mandanten im Fall des Gletscherbahnunglücks im österreichischen Kaprun Rätsel auf. Per E-Mail verabschiedete er sich aus dem Fall. Die Hinterbliebenen sind empört.

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Hamburg - Erst erschien Witti unentschuldigt nicht zum Berufungsprozess am vergangenen Montag vor dem Oberlandesgericht Linz, der einen Tag später mit den Freisprüchen möglicher Verantwortlicher der Katastrophe vom November 2000 endete. Dann schrieb er nach Informationen des SPIEGEL, noch während der erste Verhandlungstag lief, per E-Mail an die "sehr geehrten Hinterbliebenen, sehr geehrten Überlebenden", er stehe "ab sofort nicht mehr zur Verfügung".

Anwalt Witti: "Sehr ungeschickt"
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Anwalt Witti: "Sehr ungeschickt"

Weiter führte Witti aus: "Persönlich erlaube ich mir anzufügen, dass ich Lebensqualität vor das Streben nach weiterem Erfolg stelle. Dies wird bald auch in meiner geänderten beruflichen Tätigkeit zum Ausdruck kommen." Witti-Mandanten zeigten sich irritiert. "Wir waren empört", sagt Bernd Geier, dessen Vater das Unglück knapp überlebte.

Inzwischen gibt Witti zu: Die E-Mail sei "sehr ungeschickt" gewesen. Bei den möglicherweise entscheidenden Verhandlungen um Entschädigungszahlungen in der kommenden Woche in Wien werde er dabei sein; er wolle auch weiter alle Mandanten vertreten. Die angekündigte berufliche Veränderung beziehe sich nur darauf, dass er im nächsten Jahr von München und nicht mehr von Berlin aus arbeiten wolle. Dass sein Büro für die Kaprun-Mandanten während der beiden Prozesstage telefonisch nicht erreichbar gewesen sei, begründete Witti mit technischen Problemen.



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