Früherer Fifa-Präsident Sepp Blatter will seine Uhren zurück

Uhren und Fußball-Funktionäre - was hat es nur damit auf sich? Ex-Fifa-Präsident Sepp Blatter streitet sich mit dem Verband, dem er einst vorstand, um 60 wertvolle Exemplare. Er sei bereit, gegen die Fifa vor Gericht zu ziehen.

Sepp Blatter
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Der frühere Fifa-Präsident Sepp Blatter hat vom Fußballweltverband noch einmal nachdrücklich die Herausgabe von rund 60 wertvollen Uhren verlangt. Diese würden ihm seiner Meinung nach zustehen. "Ich bin ein ehrlicher Mann. Ich will meine Uhren zurück und erwarte eine positive Antwort. Ansonsten geht die Angelegenheit vor Gericht", sagte der 83-jährige Schweizer in einem Interview mit der BBC.

Blatter hatte bereits im Mai angekündigt, seinen Nachfolger Gianni Infantino zu verklagen. Ihm gehe es um seine Integrität, zudem auch um die Rückgabe persönlicher Gegenstände. "Das ist eine Frage des Respekts", sagte er.

Blatter betonte, dass er grundsätzlich mit sich und der Welt im Reinen sei, auf die Rückgabe der umfangreichen Uhrensammlung bestehe er aber. Die Fifa hatte jüngst den Anschuldigungen ihres früheren Chefs widersprochen und auf eine angebliche Übergabe der Zeitmesser im vergangenen Jahr verwiesen.

Blatter hatte die Fifa von 1998 bis 2016 geführt

Blatter behauptet nach wie vor, dass er nur die billigeren Chronographen erhalten habe. Er betonte, dass er nur die Uhren zurückbekommen wolle, die ihm als Privatperson gehören. Uhren, die er in seiner Funktion als Fifa-Boss geschenkt bekommen habe, könnten im Besitz des Verbandes bleiben.

Blatter hatte die Fifa von 1998 bis 2016 geführt. Am Ende war er unter anderem über eine Zahlung von zwei Millionen Franken (1,75 Millionen Euro) an seinen früheren Berater und späteren Uefa-Chef Michel Platini gestolpert. Blatter wittert nach wie vor eine Verschwörung gegen seine Person. Als Drahtzieher dieses Komplotts vermutet er Platinis früheren Uefa-Generalsekretär Infantino.

Auch Platini hat mittlerweile ein Problem mit der Justiz. Die französische Polizei hatte den Franzosen im Juni im Rahmen von Ermittlungen zur Vergabe der WM 2022 nach Katar in Gewahrsam genommen. Gegen den 63-Jährigen, von 2007 bis 2016 Präsident der Uefa, bestehe der Verdacht der "aktiven und passiven Korruption". Kurz darauf wurde er wieder freigelassen (Mehr zum Fall Platini lesen Sie hier).

bam/sid



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