Serienkiller Zodiac Geheimbotschaft nach 51 Jahren entschlüsselt

Wer hinter dem Serienkiller Zodiac steckt, der ab den Sechzigerjahren in den USA mordete, bleibt weiterhin ungeklärt. Nun ist aber eine seiner Geheimbotschaften entschlüsselt worden.
Ermittler im Fall des Zodiac-Killers im Jahr 1974

Ermittler im Fall des Zodiac-Killers im Jahr 1974

Foto: AP/ The San Francisco Chronicle

Einem Team von Kryptografie-Experten ist nach eigenen Angaben die erfolgreiche Entschlüsselung einer Botschaft des berüchtigten und bis heute unbekannten US-Serienmörders Zodiac gelungen. Wie die drei Spezialisten am Freitag mitteilten, knackten sie eine der Nachrichten, die der Mörder vor mehr als 50 Jahren an eine Lokalzeitung geschickt hatte.

Der Zodiac-Killer wird für mindestens fünf, in den 1960er-Jahren begangene Morde in Nordkalifornien verantwortlich gemacht – er selbst will 37 Menschen getötet haben. Seine Identität ist bis heute ungeklärt. International ist sein Fall vor allem durch den Film »Zodiac: Die Spur des Killers« von David Fincher mit Robert Downey Jr. und Jake Gyllenhaal bekannt, in dem die erfolglose Suche nach dem Mörder rekonstruiert wird.

Nach Angaben des Teams enthielt die nun entschlüsselte Botschaft, die der Mörder im November 1969 an die Zeitung »San Francisco Chronicle« geschickt hatte, keine Hinweise auf dessen Identität. Vielmehr handele es sich um Prahlerei. Demnach schrieb der Zodiac-Killer unter anderem: »Ich hoffe, Sie haben viel Spaß bei dem Versuch, mich zu fangen. Ich habe keine Angst vor der Gaskammer, denn sie wird mich umso eher ins Paradies bringen, weil ich jetzt genug Sklaven habe, die für mich arbeiten.«

Jahrelanger Einsatz

In einer früheren Botschaft, deren Verschlüsselung einfacher zu lösen war, hatte der berüchtigte Mörder ähnliche Formulierungen genutzt: »Ich mag das Töten, weil es so viel Spaß macht«, hieß es darin. Wiederum bezog er sich auf »Sklaven«, die er angeblich sammelte, damit sie ihm im Jenseits dienten.

Das Entschlüsslerteam besteht aus dem US-Webdesigner David Oranchak, dem australischen Mathematiker Sam Blake und dem belgischen Logikexperten Jarl Van Eykcke. Es kostete sie jahrelange Arbeit und den Einsatz mehrerer Computerprogramme, um die aus Zahlen und Symbolen bestehende Botschaft zu entziffern.

Der komplexe Code, der auch als 340er-Chiffre bezeichnet wird, weil er 340 Zeichen enthält, wird diagonal gelesen. Wenn der untere Rand erreicht ist, muss der Leser in der oberen, gegenüberliegenden Ecke weiterlesen. Experten zufolge wird diese Art der Codierung unter anderem in einem Handbuch der US-Armee aus den 1950er-Jahren beschrieben.

hpi/afp
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