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09. April 2017, 20:49 Uhr

Missbrauchsskandal an Sportschule Kaiserau

Funktionär lässt Ämter ruhen

Erste Reaktion auf den Sexskandal an der Sportschule Kaiserau, über den der SPIEGEL berichtet hatte: Gundolf Walaschewski, Präsident des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen, lässt mit sofortiger Wirkung alle Ämter ruhen.

Der Direktor der Sportschule Kaiserau soll Mitarbeiterinnen begrapscht und mit Penis-Fotos belästigt haben. Jetzt gibt es eine erste Reaktion auf den vom SPIEGEL enthüllten Skandal im Quartier der Fußball-Nationalmannschaft: Gundolf Walaschewski, Präsident des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) lässt mit sofortiger Wirkung alle Ämter ruhen. Das gab der Verband am Abend bekannt.

Walaschewski werde der Ständigen Konferenz der Kreisvorsitzenden am 06. Mai die Vertrauensfrage stellen. "Der Ständigen Konferenz stehe ich gerne Rede und Antwort, und wenn unsere Kreisvorsitzenden dort zu dem Schluss kommen sollten, ich wäre nicht mehr tragbar, werde ich selbstverständlich die nötigen Konsequenzen ziehen", wird der Funktionär zitiert.

Der FLVW hatte sich im Oktober 2016 von dem beschuldigten Direktor Carsten J. getrennt. Verbandsmitarbeiterinnen hatten sich in diesem Zeitraum beim Betriebsrat und bei Walaschewski über Belästigungen durch J. beschwert.

Satzungsgemäß werde der Verband jetzt kommissarisch von Manfred Schnieders, bisher Vizepräsident Fußball, geführt werden, heißt es in der Mitteilung weiter. "Von diesem Tag an setzt der FLVW das starke Signal, dass wir keine Verletzung der Würde unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dulden", sagt Schnieders in der Erklärung.

"Dieses Signal richtet sich auch an alle, die potentielle Täter schützen. Wir suchen den Schulterschluss mit dem Betriebsrat", wird Schnieders weiter zitiert: "Unser Ziel ist es, Strukturen zu schaffen, um Diskriminierung jeder Art in der Geschäftsstelle und dem Sportcentrum Kamen-Kaiserau effektiv zu verhindern. Dazu zählt beispielsweise eine neutrale Stelle, an die sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anonym wenden können."

dpa

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