Sexuelle Übergriffe US-Armeepfarrer verurteilt

Haftstrafe für katholischen Geistlichen: Ein Militärpfarrer einer Bamberger Einheit muss für fünf Jahre ins Gefängnis. Er hat gestanden, drei junge Soldaten zu Oralverkehr gezwungen zu haben.


Bamberg - Der 44-jährige Hauptmann hatte seine Taten zu Verhandlungsbeginn als "unangemessen und unmoralisch" bezeichnet. Das Urteil fällte ein Militärgericht im oberfränkischen Bamberg, wo die Einheit des katholischen Pfarrers stationiert ist. Der 44-Jährige wird außerdem unehrenhaft aus der Armee entlassen. Die Anklagevertretung hatte acht bis zehn Jahre Haft gefordert.

Nach eigener Aussage beging der Hauptmann die meisten der ihm vorgeworfenen Taten am 29. und 30. Juli dieses Jahres in Bamberg. Er habe drei Soldaten Alkohol aufgedrängt und sie erst in einer Gaststätte und später in seiner Wohnung zu Oralverkehr gezwungen. Seine Opfer waren zwischen 18 und 20 Jahren alt. Ein weiterer Vorfall ereignete sich im vergangenen Jahr mit drei untergebenen Marine-Infanteristen in Doha im Golfstaat Katar.

Der Hauptmann sagte dem Gericht, dass er seine Taten bereue. "Ich habe als Offizier versagt, ich habe als Geistlicher versagt, ich habe als Vorgesetzter versagt", sagte er. Er bat die Soldaten um Entschuldigung. Die Verteidigung hatte argumentiert, dass er an einer psychologischen Störung leide und ein deshalb ein eingeschränktes Urteilsvermögen habe.

Der Offizier nahm das Urteil ohne sichtbare Gefühlsregung auf. Er soll seine Strafe im Militärstützpunkt Fort Leavenworth im US-Staat Kansas absitzen. Der Richterspruch soll von Militärbehörden überprüft werden.



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