Missbrauch junger Patienten Berliner Krankenpfleger zu Haftstrafe verurteilt

Über Monate missbrauchte ein Krankenpfleger minderjährige Patienten in einer Berliner Klinik. Nun ist der 29-Jährige zu einer Haftstrafe von mehr als drei Jahren verurteilt worden. Ins Gefängnis muss er aber vorerst nicht.


Berlin - Er verging sich auf der Intensivstation einer Klinik an Minderjährigen: Ein Krankenpfleger aus Berlin ist zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Berlin sah es als erwiesen an, dass der 29-Jährige von Juni bis November 2010 drei Jungen missbraucht hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre Haft, die Verteidigung Bewährung beantragt.

Strafverschärfend wertete das Gericht, dass der Pfleger sehr junge Kinder in einer besonders schutzwürdigen Situation missbrauchte. "Die Eltern wähnten sie an einem besonders behüteten Ort", sagte der Richter. Zugunsten des Angeklagten ging die Strafkammer von einer verminderten Schuldfähigkeit aus. Es sei nicht auszuschließen, dass der pädophile Mann unter Einwirkung starker Medikamente seinem Drang nachgegeben habe.

Der Angeklagte hatte die Übergriffe auf die Jungen im Alter von sechs, acht und neun Jahren gestanden. Zum Teil hatte er seine Taten mit dem Handy gefilmt.

Die Eltern des damals Neunjährigen hatten den Fall mit ihrer Anzeige ins Rollen gebracht. Das jüngste Opfer leidet bis heute an Alpträumen und ist in Therapie. Der Täter sagte: "Ich bin in höchstem Maße beschämt und bereue zutiefst."

Trotz der Haftstrafe bleibt der Angeklagte weiter auf freiem Fuß. Nach einem Suizidversuch ist er gelähmt und sitzt im Rollstuhl. Er ist zurzeit nicht haftfähig.

lgr/ulz/dapd/dpa



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