Sicherheitskonzept Köln verzehnfacht Zahl der Polizisten an Silvester

Nach den Übergriffen in der Kölner Silvesternacht sollen in diesem Jahr 1500 Polizisten im Einsatz sein. Am Dom werden Böller verboten sein - die Stadt will eine friedliche Show zeigen.

Szene aus der Kölner Silvesternacht
DPA

Szene aus der Kölner Silvesternacht


Nach den massenhaften sexuellen Übergriffen auf Frauen in der vergangenen Silvesternacht wird die Kölner Polizei in diesem Jahr die Zahl der Beamten auf den Straßen deutlich erhöhen.

Allein 1500 Beamte der Landespolizei sollen im Einsatz sein - etwa zehn Mal so viele wie beim vergangenen Jahreswechsel. Das sieht das Konzept vor, das Stadt und Polizei nun vorstellten.

Die Vorfälle dürften sich nicht wiederholen, sagte der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies. Man werde "als Polizei alles daransetzen, dass die Menschen den Ausklang des Jahres 2016 friedlich und sicher auf den Kölner Straßen und Plätzen feiern können".

600 Ordnungskräfte

Die Bundespolizei kündigte an, sie werde mit etwa 800 Beamten in Bahnhöfen und Zügen in Nordrhein-Westfalen unterwegs sein. Das sei im Vergleich zum Vorjahr ungefähr das Fünffache. Die Stadt Köln stockt ihre Ordnungskräfte - auch mit privaten Sicherheitsdiensten - auf etwa 600 Personen auf.

In Köln war es in der vergangenen Silvesternacht um den Hauptbahnhof zu chaotischen Zuständen und vielen Straftaten gekommen. Entfesselte Männergruppen bedrängten und bestahlen Frauen. Zeugen beschrieben die Täter als arabisch und nordafrikanisch. Wie sich herausstellte, waren viele Flüchtlinge darunter. Köln geriet danach weltweit in die Schlagzeilen.

Neben den zusätzlichen Sicherheitskräften setzt die Polizei auch auf mehr Videoüberwachung. Schon am Mittwoch sollen Kameras auf Beleuchtungsmasten am Bahnhofsvorplatz montiert werden. Sie können das Geschehen an Silvester dann live ins Polizeipräsidium übertragen.

Keine Böller am Dom

Die Stadt sperrt die am Bahnhof gelegene Hohenzollernbrücke für Fußgänger. Auch auf der Brücke waren vor einem Jahr Straftaten begangen worden. In der Innenstadt werden in der Silvesternacht verschiedene Plätze zusätzlich beleuchtet. Als Anlaufstelle für Frauen ist ein Beratungsmobil vorgesehen.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) sagte, die Planung solle in Köln sicheres, friedliches und fröhliches Feiern ermöglichen. "Dass uns das gelingen wird, wird das Bild Kölns ausmachen, das die Welt wahrnimmt."

Für die passenden Bilder wird unter anderem der Berliner Lichtkünstler Philipp Geist sorgen. Er will die Domplatte mit einer Lichtshow-Show bespielen, in die Besucher eintauchen können. Um den Dom selbst sind in einer neuen Schutzzone Böller verboten.

sms/dpa

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