Vergewaltigung bei Bonn Polizei findet mutmaßliche Tatwaffe

Mit einer Machete soll ein Unbekannter bei Bonn ein junges Paar bedroht und sich an der Frau vergangen haben. Nach einem Einsatz mit Dutzenden Beamten meldet die Polizei nun einen Ermittlungserfolg.

Polizisten in den Siegauen bei Bonn
DPA

Polizisten in den Siegauen bei Bonn


Im Fall der Vergewaltigung einer jungen Camperin in Troisdorf bei Bonn hat die Polizei die mutmaßliche Tatwaffe gefunden. Dutzende Beamte hatten Wiesen und Unterholz in der Siegaue durchkämmt. Dabei entdeckten sie rund 60 Meter vom Tatort entfernt eine etwa 50 Zentimeter lange gebogene Astsäge, wie es in einer Mitteilung der Ermittler heißt.

Die Polizei fahndet nach einem Mann, der am Wochenende in der Siegaue eine 23-Jährige und ihren Freund beim Zelten überfallen und die Frau vergewaltigt haben soll. Die Säge war den Angaben zufolge am Samstagabend zusammen mit vier Decken bei einer Grillparty an einer Brücke in Bonn gestohlen worden. Die Polizei geht davon aus, dass der Vergewaltiger einen Seesack und einen Rucksack, in denen möglicherweise Säge und Decken verstaut waren, noch bei sich hat.

Zuletzt hatte die Polizei Fotos der Decken veröffentlicht, in der Hoffnung auf weitere Hinweise. Außerdem geht sie Dutzenden Hinweisen aus ganz Deutschland nach. "Wir haben den Eindruck, dass die Öffentlichkeit durchweg helfen will", hieß es am Mittwoch von den Ermittlern. Der Fahndungsschwerpunkt liege nach wie vor im Großraum Bonn, die Ermittlungskommission sei kurzzeitig aufgestockt worden.

Diese Decke soll Hinweise auf den Vergewaltiger liefern
Polizei Bonn

Diese Decke soll Hinweise auf den Vergewaltiger liefern

Bei der Tat am Wochenende soll sich der Täter an die beiden Camper herangeschlichen und auf die Zeltplane geschlagen haben. Seine beiden Opfer bedrohte der Unbekannte dabei mit einer Art Machete, womöglich handelte es sich dabei um die jetzt gefundene Säge. Nach der Aufforderung, ihm Wertgegenstände auszuhändigen, soll er sich vor dem Zelt an der Frau vergangen haben. Ihr Freund alarmierte die Polizei, der Täter konnte jedoch fliehen.

Phantombild des mutmaßlichen Vergewaltigers
LKA Baden-Württemberg

Phantombild des mutmaßlichen Vergewaltigers

Nach dem Mann wird seitdem umfangreich gefahndet, unter anderem mit einem Phantombild. Experten stellten auch DNA-Material des Täters sicher. Nach Angaben der Polizei gibt es Anhaltspunkte, dass der Unbekannte schon vor der Tat in dem Landstrich unterwegs gewesen war. Zudem bitten die Ermittler um Hinweise zu dem Rucksack, den der Gesuchte während der Tat vermutlich getragen habe.

Mutmaßlicher Rucksack des Täters
Polizei Bonn

Mutmaßlicher Rucksack des Täters

Die Polizei schließt nicht aus, dass der Gesuchte schon einmal zugeschlagen hat; seine Merkmale werden polizeiintern abgeglichen. "Bislang haben wir noch nicht die superheiße Spur, aber diesen Strang verfolgen wir auf jeden Fall weiter", sagte ein Behördensprecher am Mittwoch.

mxw/dpa



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