Skandal in Russland Polizei ermittelt wegen geknebelter Babys

Der Vorwurf klingt schrecklich: Angestellte eines Krankenhauses im russischen Jekaterinburg sollen Babys den Mund zugeklebt haben, weil sie deren Geschrei störte. Das unfassbare Treiben kam nur durch einen Zufall ans Licht.


Hamburg - Eine Patientin des Krankenhauses war laut BBC auf die Kinder aufmerksam geworden, weil sie ersticktes Weinen gehört hatte. Mit ihrem Handy filmte sie die Babys dann, die hilflos in ihren Wiegen lagen. Deren Münder waren den Angaben zufolge mit Klebeband versehen. Angeblich handelt es sich bei den Kindern um Waisen.

Die Patientin sagte aus, sie habe ihre Entdeckung einer Krankenschwester mitgeteilt, doch diese habe ihr gesagt, sie soll sich nicht darum kümmern. Schließlich gelang es der aufmerksamen Frau jedoch, die Angestellte zu überzeugen, die Klebestreifen zu entfernen.

Ersten Angaben der Ermittler zufolge hatten die Mitarbeiter in dem Krankenhaus versucht, die Kinder mittels des Klebebands zum Schweigen zu bringen. Als Grund hätten sie angegeben, es sei nicht genügend Personal vorhanden, um sich der weinenden Babys auf anderem Wege anzunehmen. Die Krankenschwester, die zunächst nicht auf die Hinweise der Patientin reagieren wollte, arbeitet inzwischen nicht mehr in der Klinik. Die Ermittlungen dauern an.

ffr



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.